Nach dem tödlichen Angriff (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article6925a53af60b758bebd56fa5/saarland-gerichtsvollzieher-im-dienst-getoetet-verdaechtiger-festgenommen.html) auf einen Gerichtsvollzieher im saarländischen Bexbach gibt es weiter offene Fragen zum Hintergrund der Tat. Gegen den 42-jährigen Verdächtigen ist ein Haftbefehl unter anderem wegen des Verdachts des Totschlags ergangen. Der Mann soll am Dienstagmorgen mit einem Jagdmesser mehrfach auf den Kopf und den Oberkörper des Gerichtsvollziehers eingestochen und ihn damit tödlich verletzt haben. Er sei nicht vorbestraft, aber zuvor bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten. Der Angriff passierte im Rahmen einer bevorstehenden Zwangsräumung. Zahlreiche Posts auf einem Social-Media-Profil, das dem Verdächtigen mutmaßlich zuzuordnen ist, werfen Fragen zu seinem mentalen Zustand auf. In den Beiträgen, die vor allem im Dezember 2024 und Januar 2025 entstanden, formulierte der Verdächtige nach WELT-Informationen immer wieder wirr erscheinende politische und gesellschaftliche Theorien. Vor allem die USA und den Autohersteller Tesla thematisierte er dabei wiederholt. Immer wieder schien der Verdächtige sich dabei in Selbstgespräche zu verwickeln, deren Sinn nur schwer zu entschlüsseln ist. Tesla warf er so etwa „Massenanschläge“ und die „Verbrennungen von Menschen“ vor. Auch das Wort „Holocaust“ nutzte er in diesem Zusammenhang. Zu einem Foto des ehemaligen Hamas-Chef Ismail Haniyeh schrieb er: „Guter versuch Tesla Mossad, aber ich will den Tesla nicht haben.“ Einmal kommentierte er: „Die USA ist das Böse und das Chaos wie Zentrum dessen und BAstion wie ausgangsort dessen von dem aus es Operiert.“ Auf Anfrage von WELT zu möglichen bekannten psychischen Auffälligkeiten oder Behandlungen des Verdächtigen sagte Oberstaatsanwaltschaft Thomas Schardt: „Die Ermittlungen auch in dieser Hinsicht dauern an.“ Nähere Auskünfte hierzu könnten aus Gründen des Verfahrens- und Persönlichkeitsschutzes nicht erteilt werden. Laut Angaben der Behörden war der 42-Jährige zum Tatzeitpunkt weder alkoholisiert noch stand er unter Drogen. Der Verdächtige soll die Tat bereits eingeräumt haben. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft gab es in der Vergangenheit mehrere Verfahren gegen den 42-Jährigen. Zweimal wurden Ermittlungen wegen einer mutmaßlichen Bedrohung einer Nachbarin eingestellt. Zudem soll er fünf Gramm Amphetamine gekauft haben. In diesem Fall sei ein Verfahren vor dem Amtsgericht Saarbrücken anhängig. Wir sind das WELT-Investigativteam: Sie haben Hinweise für uns? Dann melden Sie sich vertraulich – per E-Mail (verlinkt auf mailto:investigativ@welt.de) oder über den verschlüsselten Messenger Threema (X4YK57TU).