Welt 14.02.2026
05:00 Uhr

Verdacht auf Brandanschlag gegen Özdemir – „Brennendes Röhrchen ist mit Absicht aufgestellt worden“


Ende Januar in Metzingen fiel jemanden bei einem Wahlkampfauftritt des baden-württembergischen Spitzenkandidaten der Grünen Cem Özdemir eine Flamme auf. Nun ermittelt der Staatsschutz. Die Rede ist von einem versuchten Brandanschlag.

Verdacht auf Brandanschlag gegen Özdemir – „Brennendes Röhrchen ist mit Absicht aufgestellt worden“

Per Zufall wurde Ende Januar ein möglicher Brandanschlag auf den baden-württembergischen Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir verhindert. Darüber berichtet der „Spiegel“. Demnach wurde damals ein mit brennbarem Material gefülltes Plastikröhrchen im Gebälk eines Fachwerkgebäudes entdeckt, in dem ein Wahlkampfauftritt (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article698caa0c214ef648aed067cb/baden-wuerttemberg-als-wahlkaempfer-olaf-scholz-auftritt-bleiben-etliche-stuehle-leer.html) Özdemirs stattfand. Bisher war laut Polizeibericht lediglich von einem „Docht“ die Rede. Das Röhrchen war so zwischen den Balken der historischen Kelter in Metzingen (Kreis Reutlingen) platziert, dass das Holz bereits angekokelt und verrußt war. An jenem Abend waren rund 400 Menschen an den Veranstaltungsort gekommen, um einen Wahlkampfauftritt Özdemirs zu verfolgen. Die grüne Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg ist auf die Flamme aufmerksam geworden. „Es sah gefährlich aus“, sagte sie dem „Spiegel“; „das brennende Röhrchen ist mit Absicht dort aufgestellt worden“. Keiner wisse, was geschehen wäre, wenn man es nicht entdeckt hätte. Ein anwesender Personenschützer löschte die Flamme. Das Staatsschutzzentrum bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt ermitteln wegen des Verdachts der versuchten schweren Brandstiftung. Es könnte ein politisches Motiv geben. Spitzenkandidat Özdemir erfuhr erst nach der Veranstaltung von dem Vorfall. „Zum Glück ist der brennende Gegenstand schnell gefunden worden“, sagte der Grünen-Politiker dem Magazin. Die Polizei habe sehr umsichtig gehandelt. Das Geschehene habe ihn „sehr umgetrieben“. Denn: „Wo der offene Austausch angegriffen wird, steht die Basis unserer Demokratie auf dem Spiel.“