Welt 27.02.2026
11:58 Uhr

Universität prüft Plagiatsvorwürfe gegen Ex-Ethikratschefin Alena Buyx


Plagiatsjäger Stefan Weber berichtet von mehreren auffälligen Stellen in der Dissertation der früheren Ethikratschefin Alena Buyx. Die Universität Münster kündigt eine Überprüfung an, Buyx weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Universität prüft Plagiatsvorwürfe gegen Ex-Ethikratschefin Alena Buyx

Kommunikationswissenschaftler und Plagiatsgutachter Stefan Weber wirft der früheren Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, vor, in ihrer 2005 an der Universität Münster eingereichten Doktorarbeit plagiiert zu haben. Nach seinen Angaben finden sich darin mindestens 73 auffällige Stellen. Zudem sei die Habilitationsschrift Buyx’ zur Medizinethik nicht auffindbar. Wie die „ Süddeutsche Zeitung (verlinkt auf https://www.sueddeutsche.de/wissen/plagiatsvorwuerfe-alena-buyx-muenchen-salzburg-stefan-weber-li.3394133) “ berichtet, teilte die Universität Münster mit, man prüfe die Vorwürfe. Die Hochschule werde die Hinweise im Rahmen der geltenden Verfahren bewerten. Buyx weist die Anschuldigungen zurück. „Ich trete den Vorwürfen entgegen, da sie haltlos sind und habe die Angelegenheit meinen Anwälten übergeben. Im Falle einer Überprüfung der zuständigen Universität Münster würde ich selbstverständlich vollumfänglich für alle erforderlichen Auskünfte zur Verfügung stehen“, sagte sie der „ Frankfurter Allgemeinen Zeitung (verlinkt auf https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/plagiatsvorwurf-gegen-medizinethikerin-alena-buyx-110844220.html) “. Weber dokumentierte für Dissertation mit dem Titel „Lateralisierung von Aufmerksamkeit bei gesunden Linkshändern und Rechtshändern: eine Studie mit funktioneller transkranieller Dopplersonografie (fTCD)“ Textübereinstimmungen mit zuvor veröffentlichten Dissertationen. Die Vorwürfe lassen sich, so fasst die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zusammen, in zwei Kategorien einteilen: Zum einen gehe es um Passagen, bei denen sehr wahrscheinlich angemaßte Autorenschaft und damit Regelverstöße vorlägen. Zum anderen beträfen die Übereinstimmungen Aufbau und Methodik einer Untersuchungsanordnung, die in ähnlicher Weise häufiger vorkomme. Ob die festgestellten Übereinstimmungen ausreichen, um den Doktorgrad zu entziehen, werde die von der Universität Münster angekündigte Prüfung ergeben. Teilweise überschnitten sich die Betreuer der Arbeiten, schreibt die „FAZ“. Auffällig seien Ähnlichkeiten in den Inhaltsverzeichnissen, im Aufbau und in der Länge der Arbeiten. In mehreren Fällen dokumentierte Weber inhaltliche Übereinstimmungen, wobei Buyx gelegentlich zusätzliche Forschungsliteratur einfüge und teilweise angebe, aus Arbeiten der Universität Münster zu zitieren. Zudem führt Weber fehlerhafte Literaturangaben an, die auf eine Übernahme aus anderen Arbeiten hindeuten könnten. So würden in der Dissertation Schreibweisen von Autorennamen und Erscheinungsjahren übernommen, die bereits in den mutmaßlich kopierten Quellen fehlerhaft gewesen seien. Ob es im Fall Buyx zu Konsequenzen kommt, ist offen. Bis zum Abschluss der Prüfung gilt die Unschuldsvermutung.