Welt 14.02.2026
04:03 Uhr

Umweltminister erwartet „mehr Standort-Patriotismus“ von „den Konzernen“


Der Umweltminister schlägt den Autobauern vor, mehr Rohstoffe in Deutschland zu kaufen. Das nennt er „Standort-Patriotismus“, der dadurch befördert werden soll, dass Pkw-Hersteller in Europa ihre Flottenemissionen durch Kauf umweltfreundlichen Stahls ausgleichen können sollen.

Umweltminister erwartet „mehr Standort-Patriotismus“ von „den Konzernen“
In den Bergen von Cortina tragen die Frauen die olympischen Skirennen aus. (Foto: Claudia Greco/Reuters)

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat an deutsche Autobauer appelliert, mehr Rohstoffe im eigenen Land zu kaufen. „Ein bisschen mehr Standort-Patriotismus können wir schon erwarten von den Konzernen“, sagte Schneider der „Frankfurter Rundschau“. Deutschland brauche weiterhin eine eigene funktionierende Stahlproduktion, um unabhängig und stark zu bleiben. Deshalb sei staatliche Förderung für Hersteller wie Thyssenkrupp auf dem Weg zur Dekarbonisierung wichtig. „Und darum bin ich auch dafür, dass wir in Europa bevorzugt bei europäischen Anbietern einkaufen“, sagte Schneider. Vorschläge, Stahlvorprodukte zum Beispiel in Saudi-Arabien zu beziehen, wo die Energiekosten gering sind, und in Deutschland nur noch zu veredeln, lehnte der SPD-Politiker ab. „Ich bin für Leitmärkte für Stahl, der aus grünem Wasserstoff hergestellt ist“, sagte Schneider. „Es ist gut, dass die Bahn jetzt erstmals grünen Stahl (verlinkt auf https://www.welt.de/wirtschaft/article6940b13411416590a630c3dd/kompensations-mechanismen-alternative-kraftstoffe-gruener-stahl-neue-details-zum-aus-vom-verbrenner-aus.html) aus Europa für ihre Schienen kauft. Auch für Autos würde sich das anbieten. Bislang halten sich die Automobilhersteller noch zurück.“ Das bedauere er. Schneider stellte aber neue Anreize in Aussicht. „Wer zum Beispiel nach 2035 noch Plug-in-Hybride auf den Markt bringen will, kann die Mehremissionen ausgleichen, indem er grünen Stahl in der Produktion verwendet“, sagte der Umweltminister der „Frankfurter Rundschau“. „Das ist die deutsche Position, für die wir in Brüssel antreten. Ich weiß, dass das nicht jedem in der Branche gefällt.