Welt 30.01.2026
08:02 Uhr

Ukraine-Flüchtlinge sollen raus aus dem Bürgergeld – Verband spricht von „fataler Fehlentscheidung“


Ukrainische Flüchtlinge sollen statt Bürgergeld nur noch Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. Der Paritätische Wohlfahrtsverband warnt vor mehr Armut, Bürokratie und schlechterer Arbeitsmarktintegration. Der Bundesrat entscheidet am Freitag.

Ukraine-Flüchtlinge sollen raus aus dem Bürgergeld – Verband spricht von „fataler Fehlentscheidung“

Der Paritätische Wohlfahrtsverband kritisiert den geplanten Wechsel ukrainischer Flüchtlinge vom Bürgergeld (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/video69723f4128aa17d2d28c385a/in-milliardenhoehe-buergergeld-schulden-werden-fast-nie-zurueckgeholt.html) ins Asylbewerberleistungsgesetz. „Das wäre eine fatale Fehlentscheidung“, erklärte der Verband. Er treibe ukrainische Flüchtlinge in die Armut und verhindere ihre Integration in den Arbeitsmarkt. Der Bundesrat befasst sich in seiner Sitzung an diesem Freitag damit. Mit dem Gesetz sollen ab dem 1. April 2025 eingereiste Personen aus der Ukraine künftig Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz anstelle von Bürgergeld oder Sozialhilfe erhalten. Die Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz fallen geringer aus. Weiter betonte der Wohlfahrtsverband, der Systemwechsel schaffe Probleme statt sie zu lösen, auch für Länder und Kommunen, die den bürokratischen Mehraufwand bezahlen müssten. Der Bundesrat solle diesem sozialpolitischen Irrweg eine klare Absage erteilen. In Deutschland lebten zuletzt rund 1,2 Millionen Ukrainer (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article68f8ba5759e2e097507081ff/junge-ukrainer-fluechten-nach-deutschland-deutlich-mehr-als-tausend-pro-woche.html) , die vor dem russischen Angriffskrieg aus ihrer Heimat geflohen sind. Etwa 700.000 erhielten Bürgergeld.