Das US-Militär hat nach eigenen Angaben eine iranische Drohne abgeschossen. Das unbemannte Flugobjekt habe sich dem Flugzeugträger USS „Abraham Lincoln“ im Arabischen Meer mit „unklarer Absicht“ genähert, teilte das Militär am Dienstag mit. Ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35C habe die iranische Drohne abgeschossen. Der Abschuss sei zur „Selbstverteidigung“ erfolgt, um den Flugzeugträger und die Besatzung zu schützen, erklärte der Sprecher. Die Schahed-139-Drohne sei „trotz der von den US-Streitkräften in internationalen Gewässern ergriffenen Deeskalationsmaßnahmen weiter auf das Schiff zugeflogen“. Sie sei daraufhin von einem Kampfflugzeug etwa 800 Kilometer südlich der iranischen Küste abgeschossen worden. Auf US-Seite habe es weder Verletzte noch Schäden gegeben. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bestätigte den Vorfall dem Sender Fox News. Die für diese Woche angesetzten Verhandlungen mit dem Iran sollten jedoch wie geplant stattfinden. Eine Stellungnahme der Regierung in Teheran liegt derzeit nicht vor. Nach Angaben des US-Militärs hatten iranische Streitkräfte wenige Stunden zuvor ein unter US-Flagge fahrendes und mit US-Besatzung bemanntes Handelsschiff bedrängt, das in der Straße von Hormus unterwegs war. Stunden nach dem Abschuss kam es in der Straße von Hormus zu einem weiteren Zwischenfall. Boote der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) und eine Drohne bedrängten nach US-Angaben den unter US-Flagge fahrenden Tanker „Stena Imperative“. Die Iraner hätten versucht, das Handelsschiff zum Anhalten zu zwingen, teilte ein Marinesprecher weiter mit. Das US-Kriegsschiff „USS McFaul“ sei dem Tanker jedoch zu Hilfe geeilt und habe ihn eskortiert, woraufhin sich die Situation entspannt habe. Auch hier gab es zunächst keine Stellungnahme des Iran. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/iran-politik/) hatten sich bereits zum Jahreswechsel verschärft. Grund war die gewaltsame Niederschlagung der Proteste im Iran mit tausenden Toten. Ende Januar drängte US-Präsident Donald Trump den Iran dann zu neuen Verhandlungen über das Atomprogramm des Landes und drohte andernfalls mit militärischer Gewalt. In diesem Zuge verlegte die US-Regierung auch den Flugzeugträger. Die „Abraham Lincoln“ und ihr Verband sind der sichtbarste Teil der US-Truppenverstärkung im Nahen Osten.