Das US-Justizministerium hat im Zuge der Offenlegung der sogenannten Epstein-Akten offenbar dutzende unzensierte Nacktfotos auf seiner Website veröffentlicht. Die Bilder zeigten junge Frauen oder möglicherweise Minderjährige, deren Gesichter erkennbar waren. Wie die „The New York Times“ berichtet (verlinkt auf https://www.nytimes.com/2026/02/01/us/nude-photos-epstein-files.html?unlocked_article_code=1.JFA._mSp.1uHjIo_ol0V6&smid=url-share) , wurden die Aufnahmen größtenteils erst entfernt, nachdem die Zeitung das Ministerium darauf hingewiesen hatte. Eigentlich war die US-Regierung verpflichtet, sowohl sexuell explizite Inhalte als auch Informationen zu schwärzen, die Rückschlüsse auf Opfer zulassen. Dennoch fanden Journalisten bei der Durchsicht von mehr als drei Millionen veröffentlichten Seiten rund 40 Bilder, die offenbar aus einer privaten Fotosammlung Epsteins stammten. Sie zeigten nackte Körper ebenso wie die Gesichter der Abgebildeten, berichtet die „New York Times“. Ob es sich um Minderjährige handelte, blieb unklar. Einige Aufnahmen schienen auf Epsteins Privatinsel entstanden zu sein, andere in Schlafzimmern oder privaten Räumen. Die Veröffentlichung erfolgte im Rahmen des „Epstein Files Transparency Act“, der eine vollständige Offenlegung bis Dezember 2025 vorschreibt. Das Ministerium erklärte, man arbeite „rund um die Uhr“, um zusätzliche Schwärzungen vorzunehmen und Opfer zu schützen. Sobald die notwendigen Korrekturen erfolgt seien, würden die Dokumente erneut online gestellt. Die inzwischen entfernten oder geschwärzten Bilder sollen mindestens sieben verschiedene Personen gezeigt haben. Die Zeitung verzichtete darauf, diese zu identifizieren. Für Betroffene ist der Vorgang dennoch hoch belastend. Annie Farmer, die vor Gericht ausgesagt hatte, sie sei als Teenager von Epstein und dessen Partnerin Ghislaine Maxwell missbraucht worden, nannte die Veröffentlichung „extrem verstörend“. Es sei „schwer vorstellbar, wie man Opfer noch gravierender nicht schützen könnte“, sagte sie. Auch andere Betroffene reagierten empört, nachdem ihre Namen oder identifizierende Angaben in den Akten aufgetaucht waren. Die Anwältin Brittany Henderson, die eine Frau vertritt, die bislang nicht öffentlich mit Epstein in Verbindung gebracht worden war, sprach von „abstoßenden“ Versäumnissen bei den Schwärzungen. Man sei „schockiert über das Ausmaß der Sorglosigkeit“, sagte sie. Das Justizministerium hatte die gesetzte Frist zur Veröffentlichung aller Akten ursprünglich verfehlt. Die nun online gestellten Materialien umfassen neben Millionen Dokumenten auch rund 2000 Videos und 180.000 Bilder. Nach Angaben des Ministeriums waren mehr als 500 Juristen und Prüfer an der Sichtung beteiligt. Dennoch wirkten viele Schwärzungen widersprüchlich: In einem Dokument wurden Namen unkenntlich gemacht, während identische Dateien an anderer Stelle ungeschwärzt blieben. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Umgang mit prominenten Namen. In einem Fall wurde ein Foto von Präsident Donald Trump geschwärzt, während andere Angaben zu mutmaßlichen Opfern offen einsehbar waren. Die Akten enthielten zudem einen Textaustausch zwischen Epstein und dem früheren Trump-Berater Stephen K. Bannon. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Trump-Regierung die Veröffentlichung der Akten angekündigt, den Schritt jedoch zunächst zurückgenommen. Erst auf Druck von Demokraten und einzelnen Republikanern wurde schließlich ein Gesetz verabschiedet, das die Offenlegung der Epstein-Unterlagen vorschreibt.