Welt 03.01.2026
07:55 Uhr

Trump bestätigt Angriffe auf Venezuela – Staatschef Maduro gefasst und „außer Landes gebracht“


US-Präsident Donald Trump bestätigte, dass die USA Venezuela angegriffen haben. Staatschef Maduro sei gefasst und außer Landes gebracht worden. Venezuela kündigte einen „massiven Einsatz“ seiner militärischen Mittel an.

Trump bestätigt Angriffe auf Venezuela – Staatschef Maduro gefasst und „außer Landes gebracht“

US-Präsident Donald Trump ⁠hat bestätigt, dass die ‍USA Venezuela angegriffen haben. Es habe sich um einen großangelegten Angriff ⁠gegen das ⁠Land und seinen Anführer gehandelt, teilte Trump am Samstag mit. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau seien gefangen genommen und außer ‍Landes gebracht worden. Auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social (verlinkt auf https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/115830428767897167) verkündete Trump: „Die Operation erfolgte in Zusammenarbeit mit den US-amerikanischen Strafvervolgungsbehörden.“ Er kündigte für 11 Uhr Ortszeit (17 Uhr in Deutschland) eine Pressekonferenz in seiner Residenz Mar-a-Lago in Florida an. Die venezolanische Regierung ⁠weiß derzeit nicht, wo sich Präsident Maduro und seine Frau aufhalten. Das teilt Vizepräsidentin Delcy Rodriguez in ‍einer im Staatsfernsehen ausgestrahlten Audiobotschaft mit. Sie fordert §einen sofortigen Beweis§, dass die beiden noch am Leben seien. Venezuela kündigte einen Einsatz all seiner militärischen Mittel an. Es werde einen „massiven Einsatz aller Land-, Luft-, Marine-, Fluss- und ballistischer Mittel geben“, sagte der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino zur Begründung in einer Rede, die in Online-Netzwerken verbreitet wurde. „Die Truppen der Invasoren (...) haben unseren Boden entweiht“, sagte Padrino. Die US-Armee habe sogar Wohngebiete angegriffen. Derzeit würden Informationen über „Verletzte und Tote“ zusammengetragen. Ziel der Angriffe am Samstagmorgen waren demnach die Hauptstadt Caracas und die Stadt La Guaira sowie die Bundesstaaten Miranda und Aragua. „In diesem Moment wird Caracas bombardiert. Alarm an alle: Venezuela wurde angegriffen. Sie beschießen es mit Raketen“, schrieb Kolumbiens Staatschef Gustavo Petro zuvor auf der Plattform X. „Die Organisation Amerikanischer Staaten und die Vereinten Nationen sollten sofort zusammentreten“, forderte er. In der Erklärung der Regierung in Caracas hieß es, Venezuela klage „vor der internationalen Gemeinschaft die sehr schwere militärische Aggression der gegenwärtigen Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika gegen das venezolanische Territorium und die venezolanische Bevölkerung“ an. Die Regierung reagierte mit der Verhängung des Ausnahmezustands und einem Mobilisierungsaufruf. „Ich alarmiere die ganze Welt, dass Venezuela angegriffen wurde“, erklärte Petro. Er beantragte eine sofortige Krisensitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sowie der UNO, um die Rechtmäßigkeit des Angriffs zu prüfen. USA warnen vor Reisen Die USA warnen vor Reisen nach Venezuela. „Reisen Sie nicht nach Venezuela. US-Bürger in Venezuela sollten sich an Ort und Stelle in Sicherheit bringen und das Land unverzüglich verlassen, sobald dies gefahrlos möglich ist“, hieß es in einer Reisewarnung. Die US-Botschaft in Bogota habe Kenntnis von den Berichten über Explosionen in und um Caracas erhalten. Sie warne Landsleute vor Reisen nach Venezuela. US-Bürger in Venezuela sollten zu Hause bleiben. Venezuela hat die höchste Reisewarnstufe – Stufe 4: Nicht reisen – aufgrund der Risiken für US-Amerikaner. Die US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) untersagte Flüge rund um Venezuela. „In Zusammenhang mit den andauernden militärischen Aktivitäten“ ist der Betrieb von kommerziellen und privaten US-Flügen in bestimmten Gebieten verboten. Das geht aus einer sogenannte Notam (Notice to Airmen, Hinweise an Piloten) hervor, die die FAA bei verschiedenen Gefahrensituationen und Lagen herausgibt. Konkret handelt es sich um die venezolanische Küstenstadt Maiquetía, die Karibikinsel Curaçao, um Piarco auf der Insel Trinidad sowie um San Juan auf Puerto Rico. Die Angriffe ereigneten sich in der Nacht Caracas war seit etwa 2 Uhr Ortszeit (7 Uhr MEZ) von schweren Explosionen erschüttert worden, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP und Bewohner der Stadt berichteten. Außerdem war Flugzeuglärm zu hören. Anwohner von Fuerte Tiuna, dem größten Militärstützpunkt in Caracas, berichteten überdies von Schüssen. Auch in der nahegelegenen nördlichen Küstenstadt La Guaira, die von Caracas durch Gebirge getrennt ist, ereigneten sich gegen 2 Uhr Ortszeit Explosionen. In Online-Netzwerken wurden Bilder von großen Bränden mit Rauchsäulen veröffentlicht. Allerdings war es nicht möglich, den genauen Ort der Aufnahmen festzustellen. Die Explosionen ereigneten sich offenbar im Süden und Osten der venezolanischen Hauptstadt. Zuvor hatte US-Präsident Trump nach wiederholten US-Angriffen vor der Küste Venezuelas von der Möglichkeit von US-Angriffen auf das venezolanische Festland gesprochen. Zudem hatte er gesagt, dass die Tage von Venezuelas linksnationalistischem Staatschef Nicolás Maduro „gezählt“ seien. USA werfen Venezuela vor, Drogenschmuggel aktiv zu fördern Seit September greifen US-Streitkräfte immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler im Ostpazifik und in der Karibik an. Dabei wurden mit den neuen Angriffen bislang mehr als 100 Menschen getötet. Kritiker bezeichnen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig. Am Montag hatte Trump sich über einen Angriff geäußert, bei dem es sich womöglich um den ersten US-Angriff an Land in dem Konflikt auf Venezuela handelte. Demnach wurde eine Anlegestelle für mutmaßliche venezolanische Drogenboote zerstört. Die USA werfen Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article69454dabf6fc544dba9ad9c8/usa-drohen-venezuela-schiffe-in-die-luft-jagen-bis-maduro-aufgibt-und-er-wird-aufgeben.html) und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Venezuelas Präsident vermutet dagegen US-Pläne zu seinem Sturz und ein Bestreben der USA, sich der riesigen venezolanischen Erdölvorkommen zu bemächtigen. Am Donnerstag zeigte sich Maduro jedoch offen für Gespräche mit den USA. „Wo immer sie wollen und wann immer sie wollen“, sagte er im Staatsfernsehen mit Blick auf mögliche Gespräche mit den USA über die Bereiche Drogenhandel, Öl und Migration. Maduro betonte jedoch auch die Wehrhaftigkeit seines Landes: „Das nationale Verteidigungssystem hat die nationale Integrität, den Frieden des Landes und die Nutzung unserer Territorien garantiert und garantiert dies weiterhin“, erklärte er.