Welt 25.11.2025
13:22 Uhr

Tödliche Messerattacke in Flüchtlingsheim – Gericht spricht Angeklagten frei


Ein 50 Jahre alter Afghane wurde in einer Flüchtlingsunterkunft durch Messerstiche tödlich verletzt. Womöglich war es Notwehr, urteilte ein Schweriner Gericht nun und sprach einen 47-Jährigen frei.

Tödliche Messerattacke in Flüchtlingsheim – Gericht spricht Angeklagten frei

Nach einer tödlichen Messerattacke in einer Flüchtlingsunterkunft in der Nähe von Wismar in Mecklenburg-Vorpommern hat das Landgericht Schwerin einen 47-jährigen Angeklagten vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen. Es sei nicht auszuschließen, dass der türkische Angeklagte im Dezember 2024 in Notwehr gehandelt habe, als er einem 50-jährigen Afghanen fünf Messerstiche versetzt hatte, befand das Gericht am Dienstag. Das Opfer war kurz darauf gestorben. Das Gericht erläuterte in der Urteilsbegründung, beide Männer seien alkoholisiert gewesen und hätten gestritten. Das Gericht habe nicht zweifelsfrei klären können, was unmittelbar vor den tödlichen Messerstichen von wem angedroht und getan worden war. Möglicherweise habe das spätere Opfer, das schon häufig als aggressiv und provozierend aufgefallen war, den Angeklagten zuerst angegriffen. Der Angeklagte hatte ebenfalls zwei Messerverletzungen erlitten. Das Gericht verurteilte den 47-Jährigen allerdings wegen Schwarzfahrens zu zwei Monaten Gefängnis. Er war in einem ICE ohne Ticket erwischt worden. Die Strafe gilt wegen der langen Untersuchungshaft als verbüßt.