Im südfranzösischen Saint-Tropez hat die Trauerfeier für die Ende Dezember gestorbene Film-Ikone Brigitte Bardot begonnen. Auf Wunsch der Verstorbenen soll es eine schlichte Trauerfeier im kleinen Kreis sein. Neben ihrem Sohn, zu dem die Beziehung zeitweilig angespannt war, waren am Mittwoch auch mehrere Politiker anwesend, unter ihnen die Fraktionschefin der rechtsnationalen Partei Rassemblement National, Marine Le Pen. Bardot war zuletzt eng mit der Partei verbunden; ihr vierter Ehemann, Bernard d'Ormale, war Berater des Front-National-Gründers Jean-Marie Le Pen. Auch die Sängerin Mireille Mathieu war unter den Gästen. L aut „Paris Match“ (verlinkt auf https://www.parismatch.com/People/obseques-de-brigitte-bardot-en-direct-et-en-images-mireille-mathieu-et-vincent-niclo-chanteront-durant-la-messe-262557) sang die 79-Jährige sogar für die Trauergemeinde, und zwar die Hymne „Panis Angelicus“. Präsident Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte wurden dagegen nicht eingeladen. Die Entscheidung sei von der Familie Bardots getroffen worden, die nicht wollte, dass es bei der Zeremonie um „Show oder Politik“ gehe, berichtete vorab unter anderem österreichische „ Kleine Zeitung (verlinkt auf https://www.kleinezeitung.at/leute/20455731/warum-die-macrons-der-beerdigung-von-brigitte-bardot-fernbleiben) “. In der Kirche Notre-Dame de l'Assomption war ein großes Porträt der französischen Schauspielerin zu sehen, die am 28. Dezember im Alter von 91 Jahren gestorben war. Auf dem Programm war ein Schwarzweiß-Foto von Bardot aus jungen Jahren abgedruckt, auf dem sie ein Robbenbaby umarmt. Ihr 65 Jahre alter Sohn Nicolas-Jacques Charrier hatte seiner Mutter ein Blumengebinde mit Mimosen und den Worten „Für Mama“ gewidmet. Er lebt mittlerweile in Oslo. Brigitte Bardot hatte das Sorgerecht für ihr einziges Kind einst seinem Vater Jacques Charrier überlassen und erklärt, dass sie keine mütterlichen Gefühle hege. Jahrzehnte später trug der Sohn – selbst Familienvater und auch schon Großvater – nun mit Tränen in den Augen den mit Weiden umflochtenen Sarg seiner Mutter selbst in die Kirche. Mireille Mathieu bezeichnete Bardot in einem Interview als ihre „große Schwester“. „Sie war die schönste Frau der Welt, und Frankreich hatte das Glück, die schönste Frau der Welt zu haben“, sagte Mathieu vor Beginn der Trauerfeier dem Sender CNews. Zu den Gästen zählte auch Paul Belmondo, Sohn des Schauspielers Jean-Paul Belmondo, der Tierschützer Paul Watson und Nicolas Dupont-Aignan, deren Ideen sich Bardot in ihren späteren Jahren angenähert hatte. Als Vertreterin der Regierung nahm die Gleichstellungs-Ministerin Aurore Bergé an der Trauerfeier teil. Anschließend bewegte sich der Trauerzug zum Friedhof direkt am Meer, begleitet von der Gitarrenmusik der Gipsy Kings. Bardot wurde nach der Trauerfeier im kleinen Kreis auf dem örtlichen Friedhof im Familiengrab bestattet – unweit vom Grab ihres ersten Ehemannes, des Regisseurs Roger Vadim, der ihr mit dem Film „Und immer lockt das Weib“ zu Weltruhm verholfen hatte. Ihr vierter und letzter Ehemann Bernard d'Ormale hatte sich in einem am Mittwoch erschienenen Interview erstmals zur Todesursache der Schauspielerin geäußert. „Sie hat zwei Operationen überstanden, aber dann ist sie an Krebs gestorben“, sagte Bernard d'Ormale im Gespräch mit der Zeitschrift „Paris Match“. Er sagte nicht, um welche Art von Krebs es sich gehandelt habe. In den 80er-Jahren hatte Bardot Brustkrebs gehabt. „Sie war bis zum Ende geistig anwesend und am Tierschutz interessiert“, sagte d'Ormale mit Blick auf Bardots größtes Anliegen nach dem Ende ihrer Schauspielzeit. Sie sei umgeben von ihren Tieren gestorben, die sie sehr geliebt habe, sagte er. Letzte Ruhestätte im Familiengrab Bardot habe sich vor einigen Jahren von ihrem ursprünglichen Wunsch verabschiedet, sich auf ihrem Anwesen La Madrague in Saint Tropez bestatten zu lassen. „Sie sah ein, dass es für die Stadtverwaltung schwierig wäre“, sagte er und verwies darauf, dass sie mit zahlreichen Besuchern ihres Grabes gerechnet habe. Die kirchliche Trauerfeier wurde in Saint-Tropez an mehreren Orten auf Großbildschirmen übertragen, zahlreiche Fans und Schaulustige waren gekommen. Bardot hatte 1956 mit dem Film „Und immer lockt das Weib“ Weltruhm erlangt, in dem sie eine junge Frau spielt, die selbstbewusst ihre sexuellen Bedürfnisse auslebt. Bis Anfang der 70er-Jahre drehte Brigitte Bardot etwa 50 Filme, darunter mit angesehenen Regisseuren wie Jean-Luc Godard und Louis Malle. Sie gehörte zu den meistfotografierten Frauen der Welt.