Welt 02.01.2026
14:18 Uhr

Suche nach den Vermissten von Crans-Montana


Liegen sie schwer verletzt im Krankenhaus oder sind sie nicht mehr am Leben? Diese Frage stellen sich viele Eltern, deren Kinder seit der Feuerwalze in der Bar „Le Constellation“ vermisst werden. Im Internet werden Suchaufrufe von Familien und Freunden gesammelt.

Suche nach den Vermissten von Crans-Montana

Die Zahlen schockieren: 40 Tote, 115 teils Schwerverletzte – 80 davon kämpfen um ihr Leben. Nach der Feuerwalze in der Bar „Le Constellation“ im Schweizer Skiort Crans-Montana suchen Familien verzweifelt nach ihren Angehörigen. Meist sind es Eltern, die ihre Kinder vermissen. Denn: Ein Großteil der Schwerverletzten ist zwischen 16 und 26 Jahre alt. Familien wandten sich voll banger Hoffnung an die zahlreichen Krankenhäuser, in denen Patienten aufgenommen wurden. Aber dort hatte nicht die Identifizierung höchste Priorität. Vielmehr ging es darum, die lebensgefährlich Verletzten zu stabilisieren. Die Identifizierung der Toten dauere an, sagte ein Polizeisprecher. In solchen Situationen sind Opfer nach Expertenangaben oft so verbrannt, dass eine Feststellung der Identität nicht einfach ist. Eine Seite auf Instagram (verlinkt auf https://www.instagram.com/cransmontana.avisderecherche/) soll bei der Suche nach den Opfern helfen. Der Account heißt „cransmontana.avisderecherche“, was übersetzt heißt: Crans-Montana-Suchanzeige. Zu sehen sind Fotos und Informationen zu den Vermissten. Derweil konnte das erste offiziell bestätigte Todesopfer identifiziert werden: der 16-jährige Junior-Golfspieler Emanuele Galeppini aus Italien. Bekannt ist auch, dass unter den Verletzten der Fußballspieler Tahirys D. (19) ist. Das berichtet der Fußballclub FC Metz, bei dem der Nachwuchsspieler unter Vertrag ist. Er gehört zur zweiten Mannschaft der Nordfranzosen und war erst vor rund zwei Wochen im Pokalwettbewerb erstmals Teil des Profikaders. D. wird derzeit in einer Klinik in Deutschland behandelt. Die Bar „Le Constellation“ war nach Angaben von Anwohnern von Crans-Montana besonders bei Teenagern beliebt. Frankreich und Italien haben Opfer bestätigt. Ob Deutsche betroffen sind, ist noch offen. Das Auswärtige Amt steht in Kontakt mit den Schweizer Behörden. Drei Opfer im Krankenhaus in Baden-Württemberg Drei der zahlreichen Brandopfer werden in Baden-Württemberg behandelt: Eine Person liegt in Stuttgart, zwei Opfer wurden in Tübingen untergebracht. „Seitens des Marienhospitals Stuttgart kann ich bestätigen, dass ein Patient aufgenommen wurde und in unserem Haus intensivmedizinisch versorgt wird“, sagte eine Kliniksprecherin. Weitere Auskünfte wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erteilt. Das Marienhospital ist seit 1983 ein Zentrum für Schwerbrandverletzte in Baden-Württemberg. Als schwerbrandverletzter Patient wird man laut der Homepage anfangs auf der operativen Intensivstation in klimatisierten Spezialräumen behandelt.