Welt 19.02.2026
17:28 Uhr

Streit endet tödlich, Angriff bleibt ungeklärt – Zwei Fälle von Messergewalt beschäftigen Ermittler


Zwei Messerattacken binnen 24 Stunden in Hamburg: In Neuallermöhe stirbt ein 35-Jähriger nach einem Streit in einer Wohnung, eine 41-jährige Frau wird festgenommen. In Stellingen wird ein 40-Jähriger vor einem Geschäft schwer verletzt, der Täter flieht – die Mordkommission bittet um Hinweise.

Streit endet tödlich, Angriff bleibt ungeklärt – Zwei Fälle von Messergewalt beschäftigen Ermittler

Ein Streit in einer Wohnung in Hamburg-Neuallermöhe ist am Donnerstagvormittag tödlich eskaliert. Wie die Polizei mitteilte, wurde ein 35 Jahre alter Mann gegen 11 Uhr im Wilhelmine-Hundert-Weg bei einer Auseinandersetzung lebensgefährlich verletzt und starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Eine 41-jährige Frau aus Ghana wurde vorläufig festgenommen. Die Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei ereignete sich der Vorfall in der Wohnung der 41-Jährigen. Dort soll es zunächst zu einem Streit mit dem 35-Jährigen gekommen sein, der sich zu diesem Zeitpunkt in der Wohnung aufhielt. Im Verlauf der Auseinandersetzung habe die Frau den Mann den Angaben zufolge mit einem Messer schwer verletzt. Der 35-Jährige habe daraufhin versucht zu fliehen: Er sei durch ein Fenster aus der im ersten Obergeschoss gelegenen Wohnung geklettert und anschließend vor dem Haus zusammengebrochen. Zeuginnen und Zeugen alarmierten den Notruf. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte leiteten Anwohner Erste-Hilfe-Maßnahmen ein. Der Mann wurde anschließend unter notärztlicher Begleitung in ein Krankenhaus gebracht. Dort erlag er jedoch wenig später seinen schweren Verletzungen. Die 41-Jährige wurde noch in ihrer Wohnung vorläufig festgenommen und zum Polizeikommissariat 43 gebracht. Parallel übernahm die Mordkommission in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft, Abteilung Kapitaldelikte, die Arbeit am Tatort. Einsatzkräfte sicherten Spuren und führten erste Befragungen durch. Hintergründe der Auseinandersetzung sind bislang unklar. Die Polizei machte zunächst keine Angaben dazu, in welcher Beziehung die Beteiligten zueinander standen. Auch weitere Einzelheiten zur Tatwaffe, zum genauen Ablauf sowie zu möglichen Motiven wurden am Donnerstag nicht genannt. Ebenso blieb offen, ob sich zum Zeitpunkt der Tat weitere Personen in der Wohnung oder im unmittelbaren Umfeld befanden. Die Ermittlungen dauern an. Nach Angaben der Polizei sollen nun unter anderem Vernehmungen, die Auswertung der Spurenlage sowie kriminaltechnische Untersuchungen klären, was sich in der Wohnung in Neuallermöhe genau abgespielt hat. Zudem wird erwartet, dass die Staatsanwaltschaft in den kommenden Tagen über das weitere Vorgehen, etwa zu einer möglichen Vorführung der Beschuldigten vor einen Haftrichter, entscheidet. Verbale Auseinandersetzung vor Geschäft Auch in einem weiteren Fall ermittelt die Mordkommission derzeit wegen eines mutmaßlichen versuchten Tötungsdelikts. Am Mittwochnachmittag wurde ein 40 Jahre alter Mann gegen 16.54 Uhr an der Kieler Straße im Stadtteil Stellingen durch mehrere Messerstiche schwer verletzt. Der Täter flüchtete nach der Attacke, die Polizei sucht nun Zeuginnen und Zeugen – eine Festnahme gelang trotz umfangreicher Fahndung zunächst nicht. Nach Angaben der Kriminalpolizei sollen der 40-Jährige und der bislang unbekannte Angreifer vor einem Geschäft zunächst in eine verbale Auseinandersetzung geraten sein. In deren Verlauf habe der Tatverdächtige mehrfach mit einem Messer auf den Mann eingestochen. Anschließend sei er in Richtung eines nahegelegenen Bahndamms davongelaufen. Der Verletzte erlitt unter anderem schwere Stichverletzungen im Bauchraum und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Die Polizei leitete unmittelbar nach der Tat eine groß angelegte Fahndung ein: Mehr als ein Dutzend Funkstreifenwagen, die Unterstützungsstreife für erschwerte Einsatzlagen (USE) sowie der Polizeihubschrauber „Libelle“ waren im Einsatz, um den flüchtigen Täter zu stellen. Parallel übernahm das Kriseninterventionsteam (KIT) des Deutschen Roten Kreuzes die psychosoziale Akutbetreuung von Zeuginnen und Zeugen. Hinweise nimmt die Polizei unter 040/4286-56789 am Hinweistelefon sowie bei jeder Polizeidienststelle entgegen.