Welt 18.12.2025
12:04 Uhr

Straße in Berlin soll nach Yad Vashem benannt werden


Auf Initiative des „Freundeskreises Yad Vashem“ soll ein Teilabschnitt der Berliner Dorotheenstraße künftig den Namen der israelischen Holocaust-Gedenkstätte tragen. Grünen-Politiker Nouripour begrüßt den Vorschlag.

Straße in Berlin soll nach Yad Vashem benannt werden

Ein Straßenabschnitt in Berlin-Mitte soll nach der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem benannt werden. Die Baukommission des Bundestags-Ältestenrats sprach sich in einem Beschluss für die Umbenennung eines Teils der bisherigen Dorotheenstraße im Parlamentsviertel aus, wie der Bundestag am Donnerstag mitteilte. „Yad Vashem gilt weltweit als zentrale Institution des Holocaust-Gedenkens“, heißt es in dem Beschluss, der der WELT-Partnerpublikation „Politico“ vorliegt. „Eine Straßenumbennung im politischen Zentrum der Bundesrepublik Deutschland wäre ein sichtbarer Ausdruck des Bekenntnisses zu historischer Verantwortung und Erinnerungskultur.“ Laut Vorlage wäre die Umbenennung frühestens zum Mai 2026 möglich. Der neue Straßenname solle ein Signal senden, erklärte Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour (Grüne): „Das unverrückbare Bekenntnis zur Sicherung jüdischen Lebens in unserem Land ist wichtiger denn je.“ Der rund 130 Meter lange Teilabschnitt, der künftig den Namen Yad-Vashem-Straße tragen soll, liegt in unmittelbarer Nähe des Reichstagsgebäudes und des Jakob-Kaiser-Hauses, in dem zahlreiche Abgeordnete ihre Büros haben. Die Initiative geht auf den Verein „Freundeskreis Yad Vashem“ zurück, dessen Vorsitz der frühere „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann innehat. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) unterstützt den Vorschlag. Dem müssen nun nach der Baukommission noch der Ältestenrat des Bundestags und der Berliner Senat zustimmen. Der bisherige Straßenname erinnert an die Kurfürstin Dorothea von Brandenburg. Ein Großteil der Dorotheenstraße soll auch nach der Umbenennung des Teilabschnitts den alten Namen behalten. Betroffen ist nur der westlichste Abschnitt, der zum Reichstagsgebäude führt. Die 1953 gegründete Gedenkstätte Yad Vashem dient der Erinnerung, Forschung, Dokumentation und Bildung mit Bezug auf den Holocaust. Die Stätte bewahrt Millionen von Namen und Dokumenten auf, um die Erinnerung lebendig zu halten und zukünftige Generationen über die Verbrechen des Holocaust aufzuklären. Derzeit bereitet Yad Vashem die Einrichtung eines Holocaust-Bildungszentrums in Deutschland vor.