Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat den Menschen im Iran sowie der iranischen Gemeinschaft in Hamburg seine Solidarität versichert. Mit über 12.000 Bürgerinnen und Bürgern mit iranischer Staatsbürgerschaft und mehreren zehntausend Menschen mit iranischen Wurzeln habe Hamburg eine der größten iranischen Exil-Gemeinschaften in Europa. Mit ihr gemeinsam hoffe er auf ein „Ende von Gewalt, Hinrichtungen und Unterdrückung im Iran, auf das Ende eines menschenfeindlichen Regimes, das für den Tod zahlloser Menschen verantwortlich ist“. Tschentscher äußerte sich nach einem Treffen der Ministerpräsidenten in Berlin. „Die Angriffe der USA und Israels richten sich gegen ein Regime im Iran, das zu den brutalsten und aggressivsten der Welt gehört“, betonte der SPD-Politiker. Für Hamburg lägen keine Hinweise auf konkrete Gefährdungen mit Bezug zum Iran vor. Der Schutz jüdischer, israelischer und US-amerikanischer Einrichtungen werde sichergestellt und sei vorsorglich erhöht worden. Hapag-Lloyd-Schiffe liegen im Persischen Golf fest Die aktuellen Angriffe Irans auf Staaten im Nahen Osten seien nach Einschätzung der Bundesregierung darauf gerichtet, den Konflikt zu eskalieren und die Schifffahrt in der Straße von Hormus einzuschränken oder zu blockieren. Auch Hamburger Reedereien seien davon betroffen. Mehrere Schiffe von Hapag-Lloyd lägen im Persischen Golf fest. Die Passage des Roten Meeres habe die Reederei erneut eingestellt. Aufgrund der seit längerem bestehenden Sanktionen habe der Iran selbst für die Hamburger Außenwirtschaft nur geringe Bedeutung, so Tschentscher weiter. Allerdings seien rund 1500 Hamburger Firmen in der Golfregion aktiv und unterhalten wirtschaftliche Beziehungen insbesondere zu Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. Fegebank: „Gas und Öl sind nicht verlässlich“ Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank setzt unterdessen angesichts stark steigender Energiepreise infolge des Iran-Kriegs klar auf erneuerbare Energien. Bereits der russische Angriffskrieg auf die Ukraine habe für die deutsche Energieversorgung erhebliche Folgen gehabt und gezeigt: „Gas und Öl werden nie wieder verlässliche Energieträger sein. Das ist die Realität, auf die wir uns einstellen müssen“, sagte die Grünen-Politikerin. Gerade in dieser Lage dürfe sich das Land beim Gebäudeenergiegesetz oder dem Netzausbau keine Rückschritte leisten, sagte Fegebank. „Das gefährdet unseren Weg in die Unabhängigkeit.“ Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte zuletzt erklärt, kleine Solaranlagen nicht mehr fördern zu wollen. Ebenfalls Kritik gibt es an den Plänen der früheren Managerin einer E.on-Tochter, in Wohngebäuden weiter neue Öl- und Gasheizungen einbauen zu dürfen. Dabei entfällt dann die pauschale Pflicht, dass jede neu eingebaute Heizung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden muss. Allerdings sollen neue Gas- und Ölheizungen ab Januar 2029 mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden. „Wir brauchen jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, um uns aus der Klammer fossiler Importe zu lösen“, sagte Fegebank. Jede Solarzelle auf dem Dach, jedes neue Windrad und jedes E-Auto mache das Land ein Stück widerstandsfähiger gegen externe Schocks. „Erneuerbare Energien sind Freiheitsenergien.“ Hamburg arbeite deshalb weiter an der Energie-, Wärme- und Mobilitätswende.