Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat im Stadtrat eine früher gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze verwendet. In der Vollversammlung am Mittwoch sagte er beim Blättern in Unterlagen: „So, wo samma, sagen die Neger“, wie auf der Aufzeichnung der Sitzung (entscheidende Stelle ca. bei 1h47m45s )zu sehen (verlinkt auf https://stadt.muenchen.de/infos/stadtrat-live.html) und hören ist. Zuerst hatte „Hallo München“ über den Vorfall berichtet. Reiter bat in einem schriftlichen Statement um Entschuldigung: „Bei der Äußerung handelt es sich um ein Zitat aus einem Stück des Künstlers Fredl Fesl, das mir spontan über die Lippen kam bei der Frage, wo wir uns in der Tagesordnung befinden.“ Alfred Raimund „Fredl“ Fesl (1947-2024) war ein niederbayerischer Musiker, Sänger und Kabarettist. Weiter schrieb Reiter: „Es lag mir in keiner Weise daran, Menschen zu verletzen oder abzuwerten. Wenn sich durch meine Worte jemand verletzt oder herabgesetzt gefühlt hat, bedaure ich das ausdrücklich und bitte dafür um Entschuldigung.“ Ihm sei bewusst, dass der Münchner Stadtrat im Jahr 2022 mit dem Beschluss „N-Wort ächten“ deutlich gemacht habe, dass die Verwendung dieses Begriffs als rassistisch einzuordnen und abzulehnen ist, so der Oberbürgermeister. Der Terminus „N-Wort“ wird inzwischen häufig verwendet, um eine Wiederholung des eigentlichen Begriffs zu vermeiden. „Dieser Haltung schließe ich mich selbstverständlich an. Gerade als Oberbürgermeister habe ich eine besondere Verantwortung für einen respektvollen, sensiblen und diskriminierungsfreien Umgang miteinander.“ Der SPD-Politiker strebt bei den Kommunalwahlen am Sonntag eine dritte Amtszeit an. Umfragen sahen ihn zuletzt deutlich vor seinen Konkurrenten von Grünen und CSU.