Welt 13.02.2026
14:09 Uhr

„Sind froh, dass wir überhaupt Hosen haben“, sagen Norwegens Curler


Früher war alles bunter. Na ja, zumindest die Hosen der norwegischen Curlingspieler. Über Jahre sorgten sie mit ihrem Look für Schlagzeilen und gute Laune. Diesmal treten sie in schlichtem Schwarz an. Was ist da passiert? Wir haben nachgefragt.

„Sind froh, dass wir überhaupt Hosen haben“, sagen Norwegens Curler

Es gibt vor den Olympischen Spielen zwei Fragen, die sich die Fans der gigantischen Veranstaltung stellen: Wer entzündet das olympische Feuer und welche Hosen tragen die Curlingspieler aus Norwegen? Das Feuer wurde am vergangenen Freitag von Deborah Compagnoni und Alberto Tomba in Mailand und von Sofia Goggia in Cortina d‘Ampezzo entfacht. Und auch die zweite Frage ist seit diesem Donnerstag beantwortet. Der erste Auftritt der Norweger in der Curling-Halle von Cortina wurde mit Spannung erwartet, nicht nur aus sportlichen, sondern vor allem aus modischen Gesichtspunkten. Alle, die gehofft hatten, dass die Skandinavier wieder mit einem ausgefallenen Hosen-Design glänzen, wurden enttäuscht. Team Norwegen trat beim 4:5 gegen Deutschland in schnöden schwarzen Hosen an. Kein Muster, keine extravaganten Farben, nichts – einfach schwarz. Was ist da los? Damit mussten Martin Sesaker, Gaute Nepstad, Benedik und Magnus Ramsfjel mit einer bei Fans und Fernsehzuschauern lieb gewonnenen Traditionen brechen, die 2010 bei den Winterspielen in Vancouver ihren Ursprung hatte. Dort kam es zu einem Lieferfehler bei den offiziellen Uniformen. Der damalige Spieler Christoffer Svae organisierte noch vor Beginn der Winterspiele kurzerhand Golfhosen in den norwegischen Nationalfarben. Hosen mit 500.000 Followern bei Facebook Skip Thomas Ulsrud erkannte die Chance und gewann die Firma als Sponsor. Der Beginn einer Curling-Tradition. Die Hosen hatten sogar eine eigene Facebookseite mit mehr als 500.000 Followern. Ulsrud starb 2022 im Alter von 50 Jahren an Krebs. Offensichtlich ist es dem aktuellen Olympia-Team nicht gelungen, einen Sponsor zu finden, der für farbenfrohe Momente auf dem Eis sorgt. „Das war ein anderes Team. Wir sind froh, dass wir überhaupt Hosen haben“, sagt Sesaker auf Nachfrage. Deswegen ein sehnsüchtiger Blick zurück: