Welt 16.08.2026
18:10 Uhr

„Sie sind nicht einmal Menschen“ – Itamar Ben-Gvir fordert „gezielte Tötungen“ von Palästinensern


Der israelische Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir hat in einem Podcast gefordert, jede Nacht Dutzende Palästinenser zu töten. Außerdem will er den Gaza-Streifen wieder besetzen.

„Sie sind nicht einmal Menschen“ – Itamar Ben-Gvir fordert „gezielte Tötungen“ von Palästinensern

Der ultrarechte israelische Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir steht nach Aussagen über die gezielte Tötung von Menschen im Gaza-Streifen in der Kritik. In einem Podcast der früheren Geisel Rom Braslavski kritisierte Ben-Gvir den Rückgang israelischer Angriffe in dem palästinensischen Gebiet. „Es ist kein Geheimnis, dass ich eine andere Meinung als der Ministerpräsident habe“, sagte er. „Ich finde, es sollten in Gaza gezielte Tötungen ausgeführt werden, wobei jede Nacht 30 bis 40 ausgeschaltet werden. Nicht nur diejenigen, die eine unmittelbare Gefahr bedeuten – es gibt dort Menschen, die es nicht verdient haben, zu leben. Sie sollten nicht am Leben sein. Sie sind nicht einmal Menschen“, sagte Ben-Gvir, der für seine extremistischen Ansichten bekannt ist. Die jüngsten Aussagen tauchten am Sonntag auf und wurden von palästinensischen Medien verbreitet. Israels eigene Medien griffen den Vorgang bislang kaum auf. Seit dem Terrorangriff der militant-islamistischen Hamas (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/hamas/) auf Israel (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/israel-politik/) im Oktober 2023, der den Gaza-Krieg auslöste, hat Ben-Gvir in Israel an Beliebtheit gewonnen. Ben-Gvir, der als Minister für die Polizei und die Gefängnisse des Landes zuständig ist, gehört inzwischen zu den einflussreichsten Personen in Israel. Ben-Gvir sprach sich auch für eine Massenvertreibung von Palästinensern aus dem Gaza-Streifen aus. So etwas könnte nach Einschätzung internationaler Anwälte auf ethnische Säuberung hinauslaufen. Ben-Gvir sagte in dem Interview von Braslavski weiter, der Gaza-Streifen sollte Israel gehören. „Ich betrachte ganz Gaza als unser Land“, sagte Ben-Gvir in dem Gespräch. „Siedlungen nicht nur in Gusch Katif, sondern in ganz Gaza, so viel Auswanderung wie möglich fördern, sie in ihre Länder schicken; und was die Terroristen betrifft: keine Auswanderung, gar nichts, sie einen nach dem anderen töten.“ Vor zwanzig Jahren hatte Israel den Gaza-Streifen geräumt, den Siedlungsblock „Gusch Katif“ mit seinen 21 jüdischen Siedlungen aufgelöst und seine Truppen abgezogen. Itamar Ben-Gvir unterstehen wesentliche Teile des Sicherheitsapparats: die nationale Polizei ebenso wie die Gefängnisse, in denen Tausende Palästinenser aus Gaza und dem Westjordanland einsitzen. Über Israels Armee verfügt er nicht, Angriffe auf Gaza kann er nicht anordnen.