Eine 80-jährige Frau ist in Hamburg Opfer eines Trickbetrugs geworden und kurz darauf gestorben. Die Seniorin aus Rahlstedt erhielt am späten Donnerstagabend einen Anruf von einem Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab, wie die Polizei in der Hansestadt am Freitag mitteilte. Er warnte vor angeblichen Einbrüchen in der Nachbarschaft und forderte die Frau auf, ihren Schmuck vor die Haustür zu legen, damit er ihn „in Sicherheit bringen“ könne. Die 80-Jährige folgte der Aufforderung – der Täter stahl die Wertsachen und verschwand. Während die Frau den Vorfall ihrer Tochter am Telefon schilderte, kam es zu einem medizinischen Notfalls. Der Zustand der Seniorin verschlechterte sich dramatisch. Rettungskräfte versuchten, sie zu reanimieren, doch die Seniorin starb noch in ihrer Wohnung. Die Todesursache ist bislang unklar. Die Polizei ermittelt wegen Trickbetrugs und prüft, ob ein Zusammenhang zwischen dem Schock und dem Tod besteht. Die Ermittler warnen erneut vor dieser Masche, die seit Jahren bundesweit zunimmt. Täter geben sich am Telefon als Polizisten aus und behaupten, es gebe Einbrüche oder Festnahmen in der Nähe, die Angerufenen seien als mögliche nächste Opfer identifiziert worden. Ziel ist, vor allem ältere Menschen unter Druck zu setzen und sie dazu zu bringen, Bargeld oder Schmuck herauszugeben. In vielen Fällen blieb es beim Versuch, doch die Schäden sind hoch. Bundesweit gehen sie in die Millionen. Auch aus Hamburg werden regelmäßig Fälle bekannt, in der Opfer Schmuck und Bargeld in teilweise sechsstelliger Höhe an die Täter übergeben haben. Die Polizei appelliert: Wer einen solchen Anruf erhält, soll sofort auflegen und die echte Polizei unter 110 informieren. Echte Beamte würden niemals Wertsachen abholen oder am Telefon nach Vermögensverhältnissen fragen. Angehörige werden gebeten, ältere Familienmitglieder über die Betrugsmaschen aufzuklären.