Welt 20.11.2025
16:55 Uhr

Seltenes Nazi-Relikt für Rekordsumme von 482.600 Euro versteigert


Die Enigma M4 galt als kaum entschlüsselbar: Monatelang konnten Alliierte im Zweiten Weltkrieg Funksprüche deutscher U-Boote nicht lesen. Eine Auktion zeigt, wie viel so ein Gerät heute noch wert ist.

Seltenes Nazi-Relikt für Rekordsumme von 482.600 Euro versteigert
Hybridgetriebe, das Planetengetriebe und Elektromotor für moderne Fahrzeugantriebe kombiniert: Der Wandel hin zur E-Mobilität macht der Auto-Branche in Bayern zu schaffen. Das wirkt sich auch auf die Zulieferer aus. (Foto: Michael Bihlmayer/Imago)

Ein sehr seltenes und voll funktionsfähiges Exemplar einer „Enigma“-Verschlüsselungsmaschine aus der Nazizeit ist in Paris für die Rekordsumme von fast einer halben Million Euro versteigert worden. Das in einem Holzkasten untergebrachte und mit einer Tastatur und vier Rotoren bestückte Modell „Enigma M4“ erzielte bei einer Auktion 482.600 Euro und übertraf damit bei weitem die Erwartungen. Nach Angaben des Auktionshauses lag der Schätzwert der Maschine zwischen 200.000 und 300.000 Euro. Christie's zufolge erwarb ein unbekannter Käufer die Maschine. Zuvor befand sie sich demnach im Besitz eines französischen Sammlers. Die „Enigma“-Chiffriermaschine wurde in den 1920er Jahren zur Verschlüsselung von Botschaften entwickelt. Der schreibmaschinenähnliche Kasten galt damals als Wunderwerk, da er billionfache Verschlüsselungsmöglichkeiten bot. Die M4 wurde ab 1942 entwickelt. Daraufhin konnten die Alliierten rund zehn Monate lang die Funksprüche der deutschen U-Boote nicht mehr lesen, ein ungewöhnlich langer Zeitraum im Krieg. Dem britischen Mathematiker Alan Turing und seinem Team gelang es jedoch im Rahmen eines streng geheimen Programms, den Code zu knacken. Dadurch konnten die Alliierten später Geheimnachrichten der Deutschen entschlüsseln, was als mitentscheidend für den Ausgang des Zweiten Weltkrieges gewertet wird. Der entscheidende Beitrag der Mathematiker um Turing dabei wurde erst in den 1990er-Jahren bekannt. Die Geschichte stand im Zentrum eines Buches des britischen Autors Robert Harris und des 2014 für den Oscar nominierten Films „The Imitation Game“ mit dem Schauspieler Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle. Zuletzt wurde ein seltenes Modell der „Enigma M4“ im Jahr 2015 in New York für 365.000 US-Dollar versteigert. Laut dem Auktionshaus Bonhams war dies damals ein Rekordpreis.