Welt 15.12.2025
10:25 Uhr

Schwangere Jungfrau und Mann finden keine Wohnung in Berlin


Die Wohnungsnot in Deutschland nimmt immer schlimmere Züge an: Eine hochschwangere Jungfrau und ihr Mann finden in Berlin partout keine bezahlbare Unterkunft.

Schwangere Jungfrau und Mann finden keine Wohnung in Berlin

Die Suche nach bezahlbarem Wohnraum nimmt in deutschen Großstädten immer absurdere Züge an: Eine kurz vor der Niederkunft stehende Frau und ihr deutlich älterer Mann finden in Berlin keinen Platz, an dem das Kind in Ruhe auf die Welt kommen kann. „Egal, wen wir gefragt haben, es gab immer nur Absagen“, berichtet das Paar, das von seinem bisherigen Vermieter eine Eigenbedarfskündigung erhalten hatte (verlinkt auf https://www.welt.de/wirtschaft/plus248948862/Immobilien-Wie-eiskalt-Vermieter-die-Wohnungsnot-ausnutzen.html) und jetzt kurz vor Weihnachten auf der Straße steht.  Seitdem ihnen ein dänischer Investor die letzte noch in Berlin verfügbare Einzimmerwohnung, ein unrenoviertes Außenklo in Hellersdorf, dank seiner ungleich größeren Finanzkraft (verlinkt auf https://www.welt.de/wirtschaft/article244172511/Mietpreise-in-Berlin-auf-Hoechststand-27-Prozent-teurer-binnen-drei-Monaten.html) vor der Nase wegschnappen konnte, war Maria und Josef von Nazareth klar: Es ist höchst unrealistisch, bis zur Geburt ihres Sohnes noch ein warmes Plätzchen zu finden.  Scheune mit Krippe als letzte Hoffnung In seiner Verzweiflung hatten sich die werdenden Eltern auch schon für ein WG-Zimmer beworben, waren aber nicht über die erste Runde bei den Vorstellungsgesprächen hinausgekommen. „Mal waren wir denen zu Cis, mal störte man sich an unserem Esel, mal wurden wir von einer radikal woken Wohngemeinschaft aufs Wüsteste beschimpft“, erzählen die beiden, „vielleicht hätten wir lieber verschweigen sollen, dass wir jüdisch sind.“ Die letzte Hoffnung für das Paar ist eine einfache Scheune in Französisch Buchholz, die ihnen als Geheimtipp von einem wohlmeinenden Obdachlosen empfohlen wurde. Dem Vernehmen nach soll auch diese nicht mehr freistehen, weil der Besitzer sie inzwischen als Airbnb-Wohnung für internationale Party-Touristen vermietet.  Hilft Gott Maria und Josef? „Vielleicht können wir ihn noch mit dem Geld umstimmen, das wir aus dem Verkauf unseres Neugeborenen an Organhändler bekommen“, hoffen Maria und Josef, „oder wir versuchen unser Glück in Brandenburg, da soll man gegenüber verschleierten und Hilfe suchenden Menschen aus dem Orient sehr aufgeschlossen sein.“ Ihre Drähte nach ganz oben will die schwangere Jungfrau allerdings nicht bemühen. „Für Gott ist nichts unmöglich. Außer eine bezahlbare Wohnung in Berlin zu bekommen“, seufzt Maria. Folgen Sie GLASAUGE trotzdem auf Facebook (verlinkt auf http://www.facebook.com/glasauge.satire) , X (verlinkt auf https://twitter.com/WELT_GLASAUGE) oder Instagram (verlinkt auf https://www.instagram.com/glasauge_satire/) – und verpassen Sie künftig keine Scherzartikel und Zusatzsatiren!