Rot-Grün in Hamburg will mit einer Abgabe auf Zucker gesunde Ernährung fördern. Ein gemeinsamer Antrag der beiden Regierungsfraktionen sieht vor, dass sich der Hamburger Senat im Bundesrat für die Einführung einer gestaffelten Abgabe auf zuckerhaltige Getränke und Softdrinks sowie gegebenenfalls perspektivisch für Getränke mit Süßungsmitteln einsetzt. Das Vorhaben ziele darauf ab, insbesondere Kinder und Jugendliche besser zu schützen und gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern, wie die SPD- und die Grünen-Fraktion am Dienstag mitteilten. Über den Antrag stimmt die Bürgerschaft am Mittwoch ab. Laut SPD- und Grünen-Fraktion nehmen Übergewicht, Adipositas und ernährungsbedingte Erkrankungen seit Jahren zu, das gelte auch in Hamburg. Claudia Loss, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg, erläuterte, rund ein Drittel der Hamburgerinnen und Hamburger sei übergewichtig, etwa 150.000 Menschen würden wegen Typ2-Diabetes behandelt. Besonders Kinder und Jugendliche trügen bei hohem Zuckerkonsum ein erhöhtes Risiko für spätere Diabetes-, Übergewichts- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vorbild Großbritannien Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion Hamburg, Linus Görg, erklärte, eine Abgabe auf Zucker wirke als positiver Anreiz: „Wenn der Preis ihrer Produkte potenziell steigt, sind die Hersteller eher bereit, insgesamt weniger Zucker einzusetzen.“ Das Beispiel Großbritannien zeige, dass Softdrinks weniger Zucker enthielten, seitdem dort eine entsprechende Steuer eingeführt worden sei. „Dieser präventive Ansatz entlastet das Gesundheitssystem und erhöht die Lebensqualität vieler Menschen“, sagte Görg. Laut Loss hat sich Hamburg mit weiteren Bundesländern für eine Abgabe ausgesprochen. „Wenn Schleswig-Holstein eine Bundesratsinitiative ankündigt, ist es folgerichtig, dass Hamburg diesen Prozess aktiv mitgestaltet“, ergänzte sie.