Welt 28.01.2026
10:21 Uhr

Schulze zum neuen Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts gewählt – mit überraschend vielen Stimmen


Sven Schulze ist neuer Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Der CDU-Politiker wurde am Mittwoch im Landtag von Magdeburg zum Nachfolger von Reiner Haseloff gewählt. Zwei Stimmen erhielt er gar außerhalb seiner eigenen Partei.

Schulze zum neuen Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts gewählt – mit überraschend vielen Stimmen

In Sachsen-Anhalt ist der bisherige ‍Wirtschaftsminister Sven Schulze zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Der CDU-Politiker erhielt am Mittwoch in Magdeburg bei der geheimen Wahl überraschend 58 Stimmen. Die Koalition aus CDU, SPD und ⁠FDP verfügt zusammen nur über 56 ⁠Stimmen. 38 Abgeordnete stimmten gegen ihn, eine Stimme war ungültig. Niemand enthielt sich. Der Gewählte nahm die Wahl an. Im ersten Wahlgang war eine Mehrheit von 49 der 97 Mitglieder im Landtag nötig. Schulzes Vorgänger Reiner Haseloff (CDU) war 2016 und 2021 jeweils im zweiten Wahlgang gewählt worden. Nach 15 Jahren an der Regierungsspitze war Reiner Haseloff (CDU) am Dienstag als Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt zurückgetreten. Der 71-Jährige ermöglicht Schulze damit, als Regierungschef und nicht nur als CDU-Spitzenkandidat in die Landtagswahl am 6. September zu gehen. Sven Schulze hat sich in der Politik zielstrebig nach oben gearbeitet. Ende 2016 schuf die CDU Sachsen-Anhalt die Position des Generalsekretärs neu und wählte Schulze in die Funktion. Er war sieben Jahre Mitglied des Europäischen Parlaments, im März 2021 wurde Schulze dann CDU-Landesvorsitzender. Nach der Landtagswahl 2021 schmiedete er geräuschlos die Koalition aus CDU, SPD und FDP – und sein Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten. Sachsen-Anhalt ist von den fünf Landtagswahlen in diesem Jahr diejenige, bei der die CDU am meisten zu verlieren hat – weil nicht nur der Verlust eines Ministerpräsidentenamtes möglich ist, sondern die AfD erstmals in einem Bundesland an die Macht kommen könnte. In der jüngsten Wahlumfrage kam die AfD auf 39 Prozent, die CDU auf 26. Eine große Kabinettsumbildung soll es nach der Staffelstabübergabe an der Regierungsspitze nicht geben. Finanzminister Michael Richter (CDU) soll die Administration in Schulzes Wirtschaftsministerium bis zum Wahltermin mit übernehmen. Die operativen Aufgaben will Schulze aus der Staatskanzlei heraus selbst bearbeiten. Die Minister der Landesregierung sollen am Mittag ernannt und später im Parlament vereidigt werden.