Welt 14.12.2025
10:03 Uhr

Schüsse bei jüdischem Chanukka-Fest am Bondi Beach – Mindestens zehn Tote, Polizei im Großeinsatz


Die Polizei warnt vor einem „sich entwickelnden Vorfall“ am Bondi Beach in Sydney. Ersten Berichten zufolge soll das Ziel ein jüdisches Fest gewesen sein. Australische Medien berichten von mehreren Opfern.

Schüsse bei jüdischem Chanukka-Fest am Bondi Beach – Mindestens zehn Tote, Polizei im Großeinsatz

In der australischen Millionenmetropole Sydney läuft ein Polizeieinsatz am beliebten Strand Bondi Beach. Auf der Plattform X warnt die Polizei von New South Wales die Bevölkerung dringend davor, sich in der Nähe aufzuhalten und sprach von einem „sich entwickelnden Vorfall am Bondi Beach“. Nach ersten Erkenntnissen war eine jüdische Chanukka-Veranstaltung das Ziel des Angriffs, wie australische Medien berichteten. An diesem Sonntag beginnt das achttägige Lichterfest. „Schüsse bei einer Chanukka-Veranstaltung“, schrieb die jüdische Organisation Australian Jewish Association auf X. „Wir haben so oft davor gewarnt, dass es so kommen würde.“ Einem Bericht des „Sydney Morning Herald“ zufolge wurde mindestens ein mutmaßlicher Angreifer von Schüssen der Polizei getroffen, ein zweiter befinde sich in Gewahrsam. Nach Angaben von Rettungskräften gab es mindestens acht Verletzte und mindestens zehn Tote. Die Fernsehsender Sky und ABC zeigten Bilder von Menschen, die am Boden lagen. Der Angriff ereignete sich bei einer Veranstaltung am Strand, sagte Alex Ryvchin, einer der Leiter des Exekutivrats des australischen Judentums, dem Sender Sky News. „Wenn wir auf diese Weise gezielt angegriffen wurden, dann hat das ein Ausmaß, das sich keiner von uns je hätte vorstellen können“, sagte er. Sein Medienberater sei bei dem Angriff verletzt worden. Ein Augenzeuge wurde vom „Herald“ mit den Worten zitiert: „Ich habe mindestens zehn Menschen am Boden und überall Blut gesehen.“ Ein Sprecher von Ministerpräsident Anthony Albanese erklärte, man sei sich der Sicherheitslage bewusst. Er rief die Bevölkerung auf, den Anweisungen der Polizei zu folgen. Australische Medien berichteten von einem Video, das am Sonntag am auch bei Touristen beliebten Bondi Beach aufgenommen worden sein soll. Es sollen Schüsse gefallen sein und Menschen zu sehen sein, die vom Strand fliehen. Eine Bestätigung über die Echtheit des Videos lag zunächst nicht vor. Auf der Plattform X kursierenden Videos ist zu sehen, wie Menschen am Strand auseinanderliefen, während Schüsse und Polizeisirenen zu hören waren. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Aufnahmen zunächst nicht unabhängig überprüfen. Der Angriff ereignete sich fast auf den Tag genau elf Jahre nach der Geiselnahme in einem Lindt-Café in Sydney. Damals hatte ein einzelner Bewaffneter 18 Menschen als Geiseln genommen. Zwei der Geiseln starben, der Täter wurde getötet. Herzog: „Grausamer Angriff auf Juden“ in Sydney Der israelische Staatspräsident Izchak Herzog hat nach den Schüssen an Sydneys Bondi Beach von einem Anschlag auf die jüdische Gemeinde gesprochen. „In genau diesen Momenten sind unsere Schwestern und Brüder in Sydney, Australien, von abscheulichen Terroristen angegriffen worden – bei einem äußerst grausamen Angriff auf Juden, die sich versammelt hatten, um am Bondi Beach die erste Chanukka-Kerze zu entzünden“, sagte Herzog nach Angaben seines Büros in Jerusalem. „Unsere Herzen sind bei ihnen“, sagte Herzog. „Das Herz der gesamten Nation Israel setzt in diesem Augenblick einen Schlag aus, während wir für die Genesung der Verletzten beten, für sie beten und für jene beten, die ihr Leben verloren haben.“ Der Präsident sagte weiter: „Wir wiederholen unsere Warnungen immer wieder gegenüber der australischen Regierung, um Maßnahmen einzufordern und gegen die enorme Welle des Antisemitismus zu kämpfen, die die australische Gesellschaft heimsucht.“ Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/israel-palaestina-konflikt/) ist eine weltweite Welle von Antisemitismus zu beobachten, darunter Angriffe auf Juden und Synagogen, bei der Israel-Kritik teils in Hass gegen Juden umschlägt. +++ Mehr dazu in Kürze. +++