Glatteis und heftiger Schneefall schränken in weiten Teilen Deutschlands den Berufsverkehr massiv ein. Ein „kleinräumiges, aber wetterwirksames Tief“ zieht nach Angaben des Deutsche Wetterdienstes (DWD) seit Sonntag über die Alpen hinweg nach Norden. Es komme dabei zu kräftigen Schneefällen, im Osten zu Glatteis. Vom Süden bis zur Mitte erwartet der DWD kräftige Schneefälle, die sich in der Nacht um am Morgen auch in den Norden und in den Osten ausweiten. Gebietsweise könne auch gefrierender Regen als Schnee niedergehen. Bis Montagmittag rechnet der DWD mit fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee, über der Mitte bis 15 Zentimeter, lokal seien auch 20 Zentimeter nicht ausgeschlossen. Norddeutschland In mehreren Landkreisen Niedersachsens kommt es wegen Schneefalls und Glätte zu Schulausfällen. Betroffen sind die Landkreise Celle, Gifhorn, Hameln-Pyrmont und Helmstedt, wie aus einer Übersicht der Verkehrsmanagementzentrale hervorgeht. Nach Angaben des Landkreises Helmstedt verschlechtern sich die Witterungsverhältnisse permanent. Busse seien bereits liegengeblieben oder gar nicht erst abgefahren. Niedersachsen , Hamburg und Schleswig-Holstein erwarten laut Wetterdienst zum Wochenstart bis zu 10 Zentimeter Schnee, vereinzelt kommt es zu Gefrierregen. Süddeutschland Von der östlichen schwäbischen und der fränkischen Alb müsse bis nach Unterfranken teils mit „unwetterartigen Neuschneemengen“ gerechnet werden, erklärten die Meteorologen. Der heftige Schneefall in Teilen von Baden-Württemberg und Bayern könnte zu „teils massiven Einschränkungen im Straßenverkehr und bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben“ führen. Außerdem gebe es die Gefahr, dass Bäume unter der Schneelast zusammenbrechen. Die Feuerwehr in Stuttgart warnte am Sonntagabend vor Straßenglätte durch Schneefall. „Wir haben die ersten Einsätze wegen des Schneefalls und rüsten die ersten Einsatzfahrzeuge mit Schneeketten aus“, erklärte die Feuerwehr auf X. Im Landkreis Heilbronn blieben 15 bis 20 Fahrzeuge in der Nacht zum Montag auf einer Autobahnüberleitung im Schnee stecken – vor allem Lastwagen. Die Überleitung von der A6 auf die A81 Richtung Stuttgart bei Weinsberg war deshalb in der Nacht auf Montag zwischenzeitlich gesperrt, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn mit. In Ulm sprach ein Polizeisprecher von „Unfällen über Unfällen über Unfällen“. Im Bereich des dortigen Polizeipräsidiums wurden bis zum Morgen mehr als 50 Unfälle gezählt, die auf schneebedeckten und glatten Straßen passierten. Es entstand ein Schaden im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich, wie ein Polizeisprecher sagte. Auch im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen kam es infolge von Schnee und Glätte zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Nach Angaben der Polizei wurden von Sonntagnachmittag bis zum frühen Morgen mehr als 100 Unfälle registriert. Ein Kind wurde dabei leicht verletzt. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Hunderttausend Euro. Ostdeutschland Im Osten, etwa in einem Streifen vom Erzgebirge über Sachsen-Anhalt , Brandenburg und Berlin bis nach Mecklenburg-Vorpommern , wird seit Sonntagabend vor gefährlichem Glatteis auf Straßen und Gehwegen gewarnt. Zunächst setzte gefrierender Regen in Sachsen ein. Der Wetterdienst erwartete massive Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr. Am Montagmorgen teilten die Berliner Verkehrsbetriebe mit, dass der Straßenbahnverkehr wegen vereister Oberleitungen eingestellt wurde. „Bitte nutzen Sie wenn möglich S + U-Bahn und Bus“, teilte das Unternehmen auf seiner Webseite (verlinkt auf https://www.bvg.de/de) mit. Auch der Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt stellte den öffentlichen Personennahverkehr vorübergehend ein. Wie die Pressestelle des Landkreises mitteilte, gilt die Maßnahme zunächst bis 12.00 Uhr. Am Montag erwartet der Wetterdienst auch tagsüber leichten bis mäßigen Schneefall. „Im Norden kann es auch noch teils kräftig schneien, sodass weiterhin Schneeglätte zu erwarten ist“, erklärt Meteorologe Markus Übel. „Auch im Nordosten geht der anfangs gefrierende Regen in Schnee über, sodass auch dort einige Zentimeter Neuschnee möglich sind.“ Westdeutschland Im Westen Deutschlands kam es vereinzelt zu Schnellfall. In Ostwestfalen sorgte Schneefall für Verkehrsbehinderungen. Auf der A2 gab es rund um Porta-Westfalica eine geschlossene Schneedecke. Autos und Lastwagen kamen im Berufsverkehr am Montagmorgen nur langsam voran, wie ein dpa-Reporter berichtete. Auch im Sauerland und in Teilen des Münsterlands blieb Schnee auf den Straßen liegen. Der Winterdienst war im Großeinsatz. Im Laufe des Morgens sollen die Schnee-Wolken weiter in Richtung Ruhrgebiet ziehen. Der Deutsche Wetterdienst erwartet für die allermeisten Regionen in NRW aber nur leichten Schneefall von einem bis fünf Zentimetern. Unwetterwarnungen gibt es nicht.