Wer nachts stundenlang wach im Bett liegt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit am nächsten Morgen schlecht gelaunt. Denn die Folgen von Schlafmangel (verlinkt auf https://www.welt.de/kmpkt/article242272855/Krankheitsrisiko-Ab-so-wenig-Schlaf-kippt-deine-Gesundheit.html) sind gravierend: Kurzfristig drohen Konzentrationsschwäche, langfristig erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Übergewicht und psychische Probleme wie Depressionen und Angstzustände. Außerdem kann das Immunsystem geschwächt und die Hautalterung beschleunigt werden. Ein Forscherteam der chinesischen Harbin-Sport-Universität hat nun untersucht, welche Sportarten die Schlafqualität (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/schlaf/) spürbar verbessern. Dafür haben sie in einer Meta-Analyse 30 randomisierte kontrollierte Studien ausgewertet. Ihre Studienergebnisse publizierten die Forscher im Fachjournal „ Sleep and Biological Rhythms (verlinkt auf https://link.springer.com/article/10.1007/s41105-025-00596-7) “. Ehe wir einen genaueren Blick auf die Studienlage werfen und dir verraten, was du tun musst, um künftig schneller ins Land der Träume zu gelangen, interessiert uns aber: Schlafprobleme, ade: Bewegung am Tag kann helfen Dass es nicht gerade hilfreich ist, kurz vor dem Zubettgehen am Smartphone noch kurz Instagram und Co. zu checken oder vor dem Fernseher zu sitzen, dürfte den meisten bekannt sein. Trotzdem leiden viele Menschen an Schlafproblemen, wie etwa die Ergebnisse des „ Schlafreports 2024 (verlinkt auf https://www.pronovabkk.de/media/pdf-downloads/unternehmen/studien/pronova-bkk-schlafstudie2024-ergebnisse.pdf) “ der Krankenkasse Pronova BKK belegen. Demnach bekommen etwa 60 Prozent aller Deutschen weniger Schlaf, als sie eigentlich benötigen. Ein Weg zu mehr Schlaf könnte regelmäßiges, hochintensives Yoga (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/yoga/) sein, wie die chinesischen Forscher nun herausfanden. Demnach stehe Yoga stärker mit verbessertem Schlaf in Verbindung als andere Bewegungssportarten wie Walking, Krafttraining, kombinierte Übungen, Aerobic oder traditionelle chinesische Übungen wie Qigong und Tai-chi. Die für die Studie genutzten Daten stammten aus mehr als einem Dutzend Ländern und umfassten über 2.500 Teilnehmer mit Schlafstörungen (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/schlafstoerungen/) aus allen Altersgruppen. Dabei zeigte sich: Wer mindestens zweimal pro Woche hochintensives Yoga für weniger als 30 Minuten macht, konnte einem schlechten Schlaf am ehesten vorbeugen. Bei hochintensivem Yoga, auch bekannt als HIIT-Yoga, wechseln sich intensive Belastungsphasen und kurze Erholungsphasen ab. Der Mix aus klassischen Yoga-Übungen, die vor allem auf Kraft und einen schnellen Flow von stehenden Übungen sowie solchen am Boden setzen, als auch ruhigen Atemübungen soll Kraft, Flexibilität und Ausdauer steigern. Laut den Forschern setzen spürbare Effekte nach etwa acht bis zehn Wochen ein. Walking war laut Studie die zweitbeste Form der körperlichen Aktivität, um die Schlafqualität zu verbessern, gefolgt von Krafttraining (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/krafttraining/) . Allerdings schreiben die Studienautoren, dass die Ergebnisse der Analyse nur bedingt aussagekräftig seien: „Bei der Interpretation der Ergebnisse von Studien zu Schlafstörungen ist Vorsicht geboten, da nur eine begrenzte Anzahl von Studien berücksichtigt wurde und die Gruppe mit Schlafstörungen einzigartige Merkmale aufweist.“ Yoga für einen besseren Schlaf? Darum kann die Sportart helfen Warum gerade HIIT-Yoga anscheinend besonders effektiv gegen Schlafprobleme hilft, erklärt die Studie allerdings nicht. Frühere Forschungen (verlinkt auf https://www.igi-global.com/gateway/chapter/187467) geben jedoch Hinweise darauf, dass die beim Yoga praktizierte Atemkontrolle das parasympathische Nervensystem aktivieren kann, das wiederum beruhigt und die Verdauung anregt. Zudem sorgen die erhöhte Herzfrequenz und die Beanspruchung der Muskeln dafür, dass der Stoffwechsel (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/stoffwechsel/) angeregt wird, Energie verbrannt und der Körper müde wird. Eine Studie aus dem Jahr 2020 (verlinkt auf https://journals.lww.com/hhmi/fulltext/2020/04020/yoga_and_brain_wave_coherence__a_systematic_review.2.aspx) legt sogar nahe, dass Yoga die Aktivitätsmuster der Gehirnwellen reguliert, was einen tieferen Schlaf fördern könnte. Wie effektiv Yoga tatsächlich auf deinen Schlaf einwirken kann, hängt aber auch davon ab, welchen Stil du praktizierst. Yin-Yoga etwa, bei dem es vor allem um tiefe Dehnungen geht, setzt zwar verstärkt auch auf Atemübungen, erhöht die Herzfrequenz aber nur wenig. Vinyasa-Yoga hingegen ist kraftvoller und wechselt im Flow sanfte Sequenzen mit Kraft- sowie Ausdauerübungen ab. Ebenso lässt sich Yoga nur schwer als aerob oder anaerob einstufen. Deswegen kommen etwa ältere Meta-Analysen (verlinkt auf https://www.cureus.com/articles/178269-the-effect-of-physical-activity-on-sleep-quality-and-sleep-disorder-a-systematic-review#!/) vielleicht zu dem Schluss, dass Yoga nicht ganz so effektiv für eine Verbesserung des Schlafs sei wie beispielsweise Aerobic (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/aerobic/) . Es ist also wie bei so vielen Dingen im Leben nicht so eindeutig – fest steht allerdings: Wenn du dich mehrmals in der Woche auf die Yoga-Matte (verlinkt auf https://www.welt.de/vergleich/yogamatte/) stellst, schadet es deinem Körper nicht. Im besten Fall verbesserst du auch noch deinen Schlaf. Sabine Winkler berichtet als freie Autorin für WELT regelmäßig über Familienthemen, Reise und Popkultur. Jeden Montag erscheint ihr Newsletter „ Läuft bei uns – der Familien-Newsletter (verlinkt auf https://steady.page/de/laeuft-bei-uns-der-familien-newsletter/newsletter/sign_up) “, in dem sie über ihr Leben als Mama schreibt.