N ach einem erneuten Schaden an einem Telekommunikationskabel in der Ostsee hat die lettische Polizei ein Schiff untersucht. Das Schiff und seine Besatzung seien aber nicht festgesetzt worden und die Besatzung kooperiere mit den Ermittlern, teilte die lettische Polizei mit. Der Schaden sei bereits am Freitag aufgetreten. Alle weiteren Details sind noch offen. Die Polizei hatte das Schiff dann am Sonntag betreten. Nach Angaben des südlichen Nachbarlandes Litauen verläuft das Kabel von der Ortschaft Sventoji (Litauen) zur Stadt Liepaja (Lettland). Die Entfernung beträgt etwa 65 Kilometer. Die lettische Ministerpräsidentin Evika Silina erklärte, der Schaden sei in der Nähe von Liepaja aufgetreten. Der Vorfall habe keine Auswirkungen auf die lettischen Kommunikationsnutzer, schrieb sie auf X. (verlinkt auf https://x.com/EvikaSilina/status/2007868806568313341) „Wir prüfen, welche mögliche Konsequenzen dieser Vorfall haben könnte“, sagte der Leiter der litauischen Notfallbehörde, Vilmantas Vitkauskas. Es sei noch zu früh, um eine Aussage über eine mögliche Beteiligung Russlands zu treffen. Der Kabel-Betreiber, das schwedische Unternehmen Arelion, teilte am Montag mit, dass die Reparaturarbeiten und Nachforschungen zur Ursache für die Beschädigung im Gange seien. Auch die genauen Umstände des Vorfalls, der sich am 2. Januar in lettischen Hoheitsgewässern ereignet habe, seien noch unklar. Verdächtiges Schiff liegt aktuell im Hafen von Liepaja Nach Auswertung von Informationen der lettischen Marine soll die unter Verdacht stehende Besatzung mit dem Schiff zunächst über ein inaktives Kabel gefahren sein. Anschließend habe das Schiff seinen Kurs in Richtung auf das nun beschädigte Kabel geändert, teilte die Polizei mit. Nach der Identifizierung des verdächtigen Schiffs sei dann eine Untersuchung eingeleitet und die Besatzungsmitglieder befragt worden. Dazu seien Ermittler auch an Bord des Schiffs gegangen, das gegenwärtig im Hafen von Liepaja liege. Die Ermittlungen dauerten an. Die Ostseeregion ist seit Russlands Großangriff auf die Ukraine im Jahr 2022 nach einer Reihe von Ausfällen von Stromkabeln, Telekommunikationsverbindungen und Gaspipelines in Alarmbereitschaft. Die Nato hat ihre Präsenz mit Schiffen, Flugzeugen und Drohnen verstärkt. Erst vor wenigen Tagen hatte die finnische Polizei ein Frachtschiff auf dem Weg von Russland nach Israel beschlagnahmt. Es steht unter dem Verdacht, mit seinem Anker ein Untersee-Telekommunikationskabel zwischen Helsinki und Estland beschädigt zu haben. Die Polizei sprach von schwerer Sabotage. Liepaja ist die drittgrößte Stadt Lettlands und liegt direkt an der Ostseeküste, nördlich der Grenze zu Litauen. Aus dem Nachbarland sind den Angaben zufolge auch die ersten Informationen über die mögliche Beschädigung des Kabels eingegangen, die aber keine Auswirkungen auf lettische Verbraucher haben soll.