US-Präsident Donald Trump hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos die US-amerikanische Wirtschaft angepriesen: „Die Vereinigten Staaten befinden sich mitten in der schnellsten wirtschaftlichen Erholung ihrer Geschichte“, sagte er bei seiner Rede. „Den Leuten geht es gut mit mir.“ Die Wirtschaft der USA sei im Begriff, die Wirtschaftsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu verdoppeln. „Ich hätte nicht geglaubt, dass uns das so schnell gelingen könnte.“ Lesen Sie alle Entwicklungen aus Davos und zur Grönland-Krise in unserem Liveticker (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article696dc157cb02badbe0a0e94e/davos-trump-in-der-schweiz-eingetroffen-merz-treffen-faellt-wegen-verspaetung-aus-liveticker.html) Die USA seien die Wirtschaftsmaschine auf diesem Planeten. „Wenn es uns schlecht geht, geht es auch der Welt schlechter.“ Und weiter: „Ich liebe Europa. Ich will, dass es Europa gut geht. Aber es geht nicht in die richtige Richtung“, sagte er weiter. Bestimmte Orte in Europa seien nicht mehr wiederzuerkennen. Und „viele europäische Länder wollen unsere Vorbildrolle nicht anerkennen“. Es habe die „größte Migrationswelle in der Geschichte der Menschheit“ gegeben. „Und die Verantwortlichen verstehen nicht einmal, was gerade passiert. Und diejenigen, die es verstehen, tun nichts dagegen.“ In den vergangenen Jahrzehnten habe die Vorstellung in Washington und europäischen Hauptstädten geherrscht, dass der einzige Weg zu einer modernen Wirtschaft über ausufernde Staatsausgaben und unkontrollierte Migration führt. Trump über Energiepolitik Auch auf Energiepolitik Europas kam Trump in seiner Rede zu sprechen. Er sei kein Fan von Nuklearenergie gewesen wegen der Sicherheitsbedenken. Aber nun sei es sicher und billig. „Wir sind sehr stark in der Welt der Kernenergie vertreten.“ „Wir sind weltweit führend im Bereich der Künstlichen Intelligenz“, sagt Trump. „Präsident Xi respektiert, was wir erreicht haben.“ Die KI-Unternehmen würden jetzt ihre eigenen Kraftwerke bauen. „Ich bin sehr stolz darauf, das war meine Idee.“ Trump kritisierte anschließend grüne Energie-Quellen. In Deutschland habe die Stromproduktion um 22 Prozent abgenommen, sagt er. Das sei nicht die Schuld des aktuellen Kanzlers, sondern der Vorgängerregierungen. Merz mache einen guten Job, sagt Trump, ohne den Namen des deutschen Regierungschefs zu nennen. Windkraftanlagen seien „Verlierer“, sie seien hässlich. „Dumme Menschen“ würden sie kaufen. „Je mehr Windmühlen ein Land hat, desto mehr Geld verliert es und desto schlechter geht es ihnen.“ Er setze auf Ölvorkommen. Die USA machen sich ernsthafte Sorgen um die Zukunft Europas. „Sie zerstören sich selbst in Europa“ Trump über Grönland Soll ich über Grönland sprechen?“, fragte Trump dann und aus dem Publikum war Gelächter zu hören. „Ich hege größte Hochachtung für Grönland. Aber jeder Nato-Verbündete hat eine Verpflichtung, seine Territorien zu sichern. Keine Nation ist in der Lage, Grönland zu sichern – mit Ausnahme der USA.“ Im Zweiten Weltkrieg sei Dänemark schnell an Nazi-Deutschland gefallen. „Die Vereinigten Staaten waren daraufhin gezwungen, ihre eigenen Truppen zu entsenden, um Grönland zu halten. Und das haben wir getan. Wir haben für Dänemark gekämpft“, sagt Trump. „Ohne uns würdet ihr alle Deutsch sprechen und ein bisschen Japanisch, denke ich“, sagt er. „Nach dem Krieg haben wir Grönland an Dänemark zurückgegeben. Wir waren dumm. Und schauen Sie, wie undankbar die Dänen sind.“ Die USA würden sehr unfair von der Nato behandelt. Trump sagte, er strebe „unverzüglich Verhandlungen“ über die Übernahme der Insel durch die Vereinigten Staaten an. Es ist das erste Mal seit 2020, dass Trump an der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums teilnimmt. Trump will zudem mehrere Staats- und Regierungschefs treffen, um über Grönland zu sprechen. Die USA sind in diesem Jahr mit einer ungewöhnlich großen Delegation in Davos vertreten. Trump hatte am Wochenende erneut gefordert, die USA müssten aus Gründen der nationalen Sicherheit die Kontrolle über das zum Nato-Partner Dänemark gehörende Grönland übernehmen. Er drohte neue Zölle für acht europäische Länder an, weil diese sich weigerten, seinen Forderungen nachzukommen, darunter auch Deutschland. Trumps Forderungen drohen die Nato zu spalten.