Für die in der vergangenen Woche gestorbene Schauspielerin Ingrid van Bergen wird es keine Beerdigung geben. Dies bestätigte ihre enge Freundin Linda Schnitzler, mit der sie seit vielen Jahren in einem Haus in der niedersächsischen Gemeinde Eyendorf südlich von Hamburg lebte. „Sie will sang- und klanglos von der Erde verschwinden“, sagte die Freundin am Montag. Die Leiche werde verbrannt – was mit der Asche passiere, sei noch offen. Schnitzler sagte gegenüber „ Bild (verlinkt auf https://www.preview.bildcms.de/unterhaltung/stars-und-leute/ingrid-van-bergen-familie-umgeht-mit-trick-deutschen-friedhofszwang-692b0cc63b1644718b3b333a) “: „Ingrid wird in Lübeck verbrannt, ich bekomme dann die Urne. Ich stelle sie erst einmal in die Bibliothek, in der auch zuletzt ihr Krankenbett stand. Später bekommt ihre Tochter Andrea die Urne, das habe ich mit ihr besprochen. Ingrid soll für immer und ewig in der Familie bleiben.“ Ursprünglich wollte die Schauspielerin, dass ihre Asche über dem Starnberger See verstreut wird. „Aber das ist ja leider verboten, deshalb können wir ihr diesen letzten Wunsch nicht erfüllen“, so Schnitzler. In Deutschland gilt der sogenannte Friedhofszwang. Demnach müssen sterbliche Überreste nicht nur bei Erd-, sondern auch bei Feuerbestattungen auf einem Friedhof oder einem Bestattungswald beigesetzt werden. Urnen dürfen in Deutschland nicht im eigenen Zuhause stehen. Eine rechtliche Grauzone ermöglicht es jedoch, eine Urne auch in Deutschland zu Hause aufzubewahren: Über einen Umweg – etwa über die Schweiz – lässt sich die Friedhofspflicht umgehen. Van Bergen starb im Alter von 94 Jahren. In den 1950er- und 1960er-Jahren gehörte die Schauspielerin mit der markanten rauchigen Stimme zu den bekanntesten deutschen Filmstars. 1977 gab es einen großen Skandal um van Bergen: Nachdem sie ihren Geliebten erschossen hatte, saß die Schauspielerin mehrere Jahre wegen Totschlags im Gefängnis. 2009 war sie im RTL-Dschungelcamp. Nach ihrer Entlassung Anfang der 1980er-Jahre gelang ihr erst nach und nach der Wiedereinstieg.