Welt 05.02.2026
11:10 Uhr

Russland weist deutschen Diplomaten nach „Spionagehysterie“ aus


Nach dem jüngsten Spionagefall zog die Bundesregierung Konsequenzen und wies einen Mitarbeiter der russischen Botschaft des Landes. Nun erfolgt die Retourkutsche. Russland weist einen deutschen Diplomaten aus und bezeichnet das Vorgehen Berlins als „niederträchtig“.

Russland weist deutschen Diplomaten nach „Spionagehysterie“ aus

Die diplomatischen Spannungen zwischen Russland und Deutschland verschärfen sich weiter. Als Reaktion auf die Ausweisung eines russischen Militärattachés aus Berlin am 22. Januar 2026 hat das russische Außenministerium nun seinerseits einen Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Moskau zur unerwünschten Person (persona non grata) erklärt. Moskaus Reaktion: „Provokation und Spionagehysterie“ Dem von deutscher Seite ausgewiesenen Diplomaten wird vorgeworfen, als Führungsoffizier für die mutmaßliche Spionin Ilona W. fungiert zu haben. Die deutsch-ukrainische Staatsangehörige war kurz zuvor festgenommen worden. Sie soll Informationen über deutsche Rüstungsgüter, Drohnentests und Waffenlieferungen an die Ukraine gesammelt und an den russischen Geheimdienst übermittelt haben. Das russische Außenministerium bestellte die Leitung der deutschen Botschaft ein, um eine offizielle Protestnote zu übergeben. In einer Stellungnahme wies der Kreml die Spionagevorwürfe als „unbegründet“ und „falsch“ zurück. Moskau bezeichnete das Vorgehen Berlins als „niederträchtige Provokation“ zur Diskreditierung russischer Diplomaten und das Ergebnis einer staatlich befeuerten „Spionagehysterie“ in Deutschland. „Wir betrachten die Maßnahmen der deutschen Seite als eine billige Provokation, die darauf abzielt, die russische diplomatische Vertretung in der BRD zu diskreditieren“, heißt es in der Mitteilung weiter. Als direkte Reaktion wurde nun ein deutscher Diplomat in Moskau zur unerwünschten Person erklärt. Er muss das Land zeitnah verlassen. Wadephul: Ausweisung eines Botschafts-Mitarbeiters inakzeptabel Außenminister Johann Wadephul hat die Ausweisung eines Mitarbeiters kritisiert. „Die Ausweisung eines deutschen Diplomaten aus Russland entbehrt jeder sachlichen Grundlage und ist völlig inakzeptabel“, sagte der CDU-Politiker am Rande eines Besuchs im südostasiatischen Sultanat Brunei in der Hauptstadt Bandar Seri Begawan. „Während sich unsere Diplomaten an Recht und Gesetz halten, setzt Russland auf Eskalation und Spionage unter dem Deckmantel der Diplomatie“, fügte Wadephul hinzu. Der erneute unfreundliche Akt Russlands zeige einmal mehr: „Russland setzt auf ungerechtfertigte Vergeltungsmethoden statt auf Diplomatie.“ Die Bundesregierung werde auch künftig entschieden auf derartige sicherheitsgefährdende Aktivitäten Russlands reagieren. Die Bundesregierung behalte sich weitere Maßnahmen vor.