Beim Berliner Verwaltungsgericht (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6926dd9ff60b758bebd581d4/berlin-verwaltungsgericht-stellt-beschraenkungen-fuer-pro-palaestina-demos-auf-pruefstand.html) sind im vergangenen Jahr laut Statistik so viele neue Verfahren eingegangen wie nie zuvor. Insgesamt gab es nach Angaben einer Gerichtssprecherin knapp 28.700 Klagen und Eilanträge (2024: 23.678). Das sei ein Anstieg von mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024, so die Sprecherin. Nach wie vor beschäftigen vor allem Asylverfahren und Aufenthaltsfragen die Juristen. Obwohl die Richter durchschnittlich pro Kopf mehr Fälle erledigen, stapeln sich die Akten zunehmend. Die Anzahl anhängiger Verfahren ist um rund 24 Prozent gestiegen und liegt bei 25.038 Fällen (2024: 20.173 Verfahren). In mehr als 40 Prozent der offenen Fälle geht es nach der Statistik um Asylrecht. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit für Eilverfahren ist laut Gericht leicht gestiegen und liegt demnach bei 1,8 Monaten (2024: 1,7 Monate). Klageverfahren schließen die Richterinnen und Richter demnach in 12,3 Monaten ab und damit zügiger als im Vorjahr (2024: 13,6 Monate). Fast ein Drittel Asylfälle Mit insgesamt 9285 Klagen und Eilanträgen machten Asylfälle (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6940f78d11416590a630c5a5/dobrindt-laesst-16-000-syrische-asylfaelle-pruefen-rueckkehrer-muessen-mit-entzug-des-status-rechnen.html) fast ein Drittel aller Verfahren aus. Vor Gericht zogen vor allem Menschen aus der Türkei (1511 Verfahren), wobei dies deutlich weniger der Fall war als noch im Jahr 2024 (3025 Verfahren). Zugenommen haben dagegen Verfahren von Syrern (1223; Vorjahr: 693) und Afghanen (1129; Vorjahr: 525 Verfahren). Eine Asylklage war im Durchschnitt nach 16,9 Monaten erledigt (2024: 17,8 Monate). Eilverfahren dauerten hingegen länger als im Vorjahr und waren in etwa 1,6 Monaten erledigt (2024: 1,2 Monate). Deutlich häufiger haben die Richter Aufenthaltsfragen beschäftigt. Mit insgesamt 9633 Verfahren gab es über 40 Prozent mehr solcher Fälle (2024: 6683 Verfahren). Überwiegend ging es dabei laut Gericht um Menschen, die mit einem Visum nach Deutschland einreisen wollen (7467 Fälle; Vorjahr: 5278 Verfahren). Erledigt waren die Fälle nach den Angaben im Durchschnitt nach 8,7 Monaten – und damit schneller als im Vorjahr (9,3 Monate). Verwaltungsgerichte prüfen, ob Behörden rechtmäßig gehandelt haben. Weil viele Bundesbehörden in Berlin ihren Sitz haben, landen Streitigkeiten über deren Entscheidungen häufiger beim Gericht in Berlin. Nach eigenen Angaben sind dort rund 145 Richter sowie etwa 140 Beamte und Justizbeschäftigte tätig.