Die Bundesregierung erwartet für das laufende Jahr nur noch ein Prozent Wachstum – und sieht sich selbst unter massivem Reformdruck. „Für den Jahresverlauf 2026 wird weiterhin mit einer konjunkturellen Erholung gerechnet, die vor allem von einer stärkeren binnenwirtschaftlichen Dynamik – bei gleichzeitig etwas nachlassenden außenwirtschaftlichen Belastungen – getragen wird“, heißt es im neuen Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung, der dem Nachrichtenmagazin „Politico“ vorliegt und der am Mittwoch vorgestellt wird. Die erwartete konjunkturelle Erholung werde vor allem „durch die fiskalischen Impulse“ getragen. Dies dürfe jedoch „nicht darüber hinwegtäuschen, dass die strukturellen Wachstumsperspektiven weiterhin spürbar abgeschwächt und angesichts tief greifender Umbrüche mit einer erhöhten Unsicherheit behaftet sind“. Um einem weiteren Verlust der Wettbewerbsfähigkeit entgegenzuwirken und das Potenzialwachstum nachhaltig zu erhöhen, sind „zusätzliche Reformschritte“ notwendig. Laut Bericht muss es dabei um die Sicherung der Fachkräftebasis, einen Rückbau bürokratischer Belastungen, die Digitalisierung (verlinkt auf https://www.welt.de/wirtschaft/plus69382b6111f914c89b857e72/digitalisierung-deutschland-ist-ein-freies-land-aber-nicht-in-der-digitalen-welt.html) der öffentlichen Verwaltung sowie eine Reduzierung von Energiekosten gehen. „Für 2026 erwartet die Bundesregierung ein reales Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent. Dieses liegt leicht unter der Erwartung in der Herbstprojektion 2025“, heißt es im Bericht. Zuletzt war die Regierung für 2026 von 1,3 Prozent Wachstum ausgegangen. Rasmus Buchsteiner (verlinkt auf https://www.welt.de/autor/rasmus-buchsteiner/) ist Chief Correspondent Berlin bei „Politico“ Deutschland.