Welt 24.09.2026
17:23 Uhr

Rechtsextremer Aktivist schlitzt Flüchtlingsboot im Ärmelkanal auf – und wird festgenommen


Verstörende Aufnahmen sorgen für Aufregung in Großbritannien: Ein rechtsextremer Aktivist filmte sich dabei, wie er ein Flüchtlingsboot aufschlitzte. Die Polizei nahm ihn in Gewahrsam.

Rechtsextremer Aktivist schlitzt Flüchtlingsboot im Ärmelkanal auf – und wird festgenommen

Die britische Polizei hat im Süden Englands einen rechtsextremen Aktivisten festgenommen, der im Ärmelkanal bei einer Aktion gegen Flüchtlinge vorsätzlich ein Flüchtlingsboot beschädigt haben soll. Die Behörden in Hampshire bestätigten am Donnerstag die Festnahme eines 37-Jährigen, jedoch ohne dessen Namen zu nennen. Er befinde sich in polizeilichem Gewahrsam. Britischen Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Festgenommenen um Daniel Thomas, einen langjährigen Weggefährten des rechtsextremen britischen Aktivisten Tommy Robinson. Demnach wirft die Polizei Thomas vor, Schiffe beschädigt und die Sicherheit von Menschen gefährdet zu haben. Zudem bestehe der Verdacht der vorsätzlichen Sachbeschädigung mit der Absicht, Leben zu gefährden. Thomas, der sich selbst „Danny Tommo“ nennt, hatte zuvor ein Livevideo im Internet veröffentlicht. Darin filmte er sich bei einer selbst ernannten Mission auf dem Ärmelkanal, um Flüchtlingsboote auf dem Weg nach Großbritannien abzufangen. Später im Netz aufgetauchte Aufnahmen zeigen offenbar, wie er ein Schlauchboot aufschlitzt – während sich ein französischer Retter noch an Bord befindet. Auch die „Times“ veröffentlichte das Video erneut. „Das ist englisches Hoheitsgebiet. Das ist nicht mehr Frankreich“, ist Thomas in dem Video zu hören. Weiter ruft er dem Mann in der orangefarbenen Uniform des französischen Seenotrettungsdienstes SNSM zu, das Boot zu verlassen. Thomas ist auch ein Anführer der teils gewalttätigen Proteste gegen Migranten durch hunderte vermummte, schwarz gekleidete Rechtsextreme in Südengland. Über den Ärmelkanal kommen jährlich tausende Migranten in kleinen Booten an der Südostküste Englands an. London versuchte in den vergangenen Jahren, getrieben auch vom wachsenden Erfolg der rechtspopulistischen Partei Reform UK, ihre Zahl einzudämmen.