Welt 08.12.2025
10:39 Uhr

Real Madrid sieht dreimal Rot – Alonso bedient sich danach einer Dolchstoßlegende


Real Madrid stürzt durch eine Heim-Blamage gegen Celta Vigo in die sportliche Krise. In der Nachspielzeit verliert die Mannschaft von Xabi Alonso völlig die Nerven. Der Trainer bemüht danach die alte Erzählung vom schlechten Schiedsrichter.

Real Madrid sieht dreimal Rot – Alonso bedient sich danach einer Dolchstoßlegende

Die Worte der spanischen Presse kommen einer Zerstörung gleich. „ Real Madrid (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/real-madrid/) ist verloren. Celta zieht Xabis Madrid nackt aus“, titelt etwa die spanische Zeitung „Marca“. Das Team von Xabi Alonso sei „ein lustloser, uninspirierter Haufen“. Die Zeitung „Sport“ spricht von einem „verheerenden Ergebnis für Madrid“. Die 0:2-Blamage im heimischen Estadio Bernabeu gegen Celta Vigo hallt nach. Nicht nur, weil das Ergebnis für Real ein herber Rückschlag im Titelrennen ist. Der Rückstand auf Spitzenreiter FC Barcelona (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/fc-barcelona/) beträgt nun vier Punkte. Sondern auch, weil die Mannschaft in der Nachspielzeit völlig die Nerven verlor. Der Schiedsrichter Alejandro Quintero González ließ die Position einen Freistoß in der Hälfte der Königlichen korrigieren, eine Kleinigkeit die Álvaro Carreras völlig auf die Palme brachte. Der 22-jährige Spanier winkte zweimal in Richtung des Unparteiischen ab, sah dafür zunächst Gelb – und bekam sich auch danach nicht ein. Eine weitere abfällige Geste bescherte ihm den Platzverweis (90.+2). Akzeptieren wollten die Teamkollegen die Rote Karte nicht, redeten in einer Spielertraube lautstark und wütend auf den Schiedsrichter ein. Die Stars Rodrygo und Federico Valverde wurden ebenfalls verwarnt, weil sie sich zu sehr beschwerten. Auch auf der Bank brach Chaos aus. Der Brasilianer Endrick sah von dort aus auch noch Rot. Er war schreiend auf den vierten Offiziellen zugegangen und musste von Teamkollegen zurückgehalten werden. Es war bereits der dritte Real-Platzverweis. Schon Mitte der zweiten Hälfte sah Fran García binnen weniger Sekunden erst Gelb und dann Gelb-Rot. Jeweils für ein Foul im Mittelfeld. Xabi Alonso fühlt sich „in den Wahnsinn getrieben“ Wie so oft bemühte Real Madrid danach die alte Legende vom schlechten Schiedsrichter. „Die Entscheidungen des Schiedsrichters haben uns in den Wahnsinn getrieben“, sagte Trainer Alonso. „Mir hat die Leistung nicht gefallen. Auch die Karte gegen Álvaro (Carreras, d. Red.) , sehr, sehr diskutabel.“ Der Ex-Coach von Bayer Leverkusen hatte in der 73. Minute ebenfalls die Gelbe Karte gesehen – natürlich wegen Meckerns. Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify (verlinkt auf https://open.spotify.com/show/7CX3rSNRL11YEnW7IzkWIS?si=82f337b82c6b4e32&nd=1&dlsi=56417d9ce6fc406c) , Apple Podcasts (verlinkt auf https://podcasts.apple.com/de/podcast/weltmeister/id1852960967) oder direkt per RSS-Feed (verlinkt auf https://weltmeister.podigee.io/feed/mp3) . Dennoch wollte Alonso die sportliche Krise, die der Schwede Williot Swedberg (54., 90.+3) mit seinem Doppelpack besiegelte, nicht schönreden. Schon in den vier Liga-Spielen zuvor hatte es drei Unentschieden gegen Rayo Vallecano (0:0), Elche (2:2) und Girona (1:1) gegeben. Aus fünf Punkten Vorsprung auf Barcelona sind in den letzten sechs Wochen vier Punkte Rückstand geworden. „Wir sind natürlich alle wütend“, sagte Alonso: „Wir nehmen die Verantwortung alle auf uns. Es war nicht das, was wir uns erhofft hatten.“ Man wolle jetzt gemeinsam noch vorn schauen. Am Mittwoch wartet allerdings eine schwierige Aufgabe. In der Champions League kommt das Starensemble von Manchester City ins Bernabéu. Man müsse „reagieren und diesen schlechten Geschmack aus dem Mund bekommen“, sagte Alonso. Aufstellung Real Madrid: Courtois – Asencio (54. Rodrygo), Militão (24. Rüdiger) Carreras, F. García – Valverde, Güler (74. G. García), Tchouaméni, Bellingham – Mbappé, Vinícius.