Welt 02.03.2026
06:09 Uhr

Raketen auf Israel – Hisbollah-Miliz greift an der Seite Irans in den Krieg ein


Die libanesische Hisbollah-Miliz reklamiert einen nächtlichen Raketenangriff auf Israel für sich und reagiert damit eigenen Angaben zufolge auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei. Die israelische Armee griff ihrerseits Ziele im gesamten Libanon an und fordert 50 Dörfer zur Evakuierung auf.

Raketen auf Israel – Hisbollah-Miliz greift an der Seite Irans in den Krieg ein

Mit dem Eingreifen der proiranischen Hisbollah-Miliz hat sich ​der Konflikt um den Iran auf den Libanon ausgeweitet. Als Reaktion auf Raketen- und Drohnenangriffe der Hisbollah auf Israel hat ⁠das israelische Militär am Montag Ziele im gesamten Libanon angegriffen. Die Hisbollah bezeichnete ihren Angriff als Vergeltung für die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei durch Israel und die USA. Damit eröffnet die Miliz eine neue Front in dem Konflikt, der am Wochenende mit US-israelischen Angriffen auf den Iran begonnen hatte. +++ Alle Entwicklungen zur Lage im Iran finden Sie unserem Live-Ticker +++ (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article69a291a07c787f6a1cef1bc5/krieg-in-nahost-auch-bundeswehr-feldlager-in-irak-und-jordanien-beschossen-liveticker.html) Das israelische Militär teilte zudem mit, ⁠es habe ​ranghohe Mitglieder der Hisbollah in ‌Beirut sowie ein zentrales Mitglied im Südlibanon angegriffen. „Die Hisbollah hat über Nacht einen Feldzug gegen Israel eröffnet und ist für jede Eskalation voll verantwortlich“, sagte der israelische Generalstabschef Ejal Samir. Die Hisbollah erklärte ihrerseits, die fortgesetzten israelischen Angriffe gäben ihr das Recht, sich „zur geeigneten Zeit und am geeigneten Ort“ zu verteidigen. In der libanesischen Hauptstadt Beirut erschütterten mehr als ein Dutzend Explosionen die von der Hisbollah kontrollierten südlichen ‌Vororte. Das israelische Militär ​wies die Bewohner von rund 50 Dörfern im Süd- und Ostlibanon an, die Gebiete zu verlassen. Noch am Samstag ⁠hatte die libanesische Regierung mitgeteilt, der US-Botschafter habe versichert, Israel werde nicht eskalieren, solange es keine feindseligen Handlungen von libanesischer Seite gebe. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam bezeichnete den Raketenbeschuss aus ‌dem Südlibanon in Richtung Israel ⁠als „unverantwortlichen“ und „fragwürdigen Akt“, ‌der die Sicherheit des ​Landes ⁠gefährde. Den Berichten zufolge handelt ​es sich um die heftigsten Angriffe auf die südlichen Vororte Beiruts seit dem ‌Konflikt zwischen ​Israel und der Hisbollah im Jahr 2024. Beide Seiten hatten sich ‌damals ‌auf einen von den USA vermittelten Waffenstillstand geeinigt.