Welt 03.03.2026
14:08 Uhr

„Politisch motiviert“ – Ukrainischem Team wird Outfit verboten


Die ukrainischen Paralympics-Athleten wollen auf einem ihrer Outfits eine Karte ihres Landes zeigen. Doch die Veranstalter greifen ein. Die Kleidung wird offenbar als politisch eingestuft – und verboten.

„Politisch motiviert“ – Ukrainischem Team wird Outfit verboten

Nach dem Helm-Eklat rund um den ukrainischen Skeletoni Wladyslaw Heraskewytsch (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article6992094591e70faa3310701b/olympia-ausgeschlossener-skeleton-pilot-aus-der-ukraine-zieht-vor-gericht-und-startet-spendenaktion.html) bei den Olympischen Winterspielen gibt es nun auch kurz vor den Paralympics in Mailand und Cortina d‘Ampezzo (ab 6. März) Wirbel um ein Kleidungsstück des ukrainischen Teams. Ein Outfit, dass die Sportler bei offiziellen Zeremonien tragen sollten, ist verboten worden. Das bestätigte das Internationale Paralympischen Komitees (IPC). Auf der Kleidung ist eine Landkarte der Ukraine aus dem Jahr 1991 abgebildet – inklusive der annektierten Halbinsel Krim und der von Russland im Krieg besetzten Gebiete. „Das Internationale Paralympische Komitee sagte: ‚Nein, nein, nein – das geht so nicht!‘ Sie behaupteten, die Ausrüstung sei politisch motiviert“, sagte Sushkevych der ukrainischen Nachrichtenagentur „Ukrinform“. Politische Botschaften sind auch bei den Paralympics verboten, die Veranstalter stuften die Landkarte als solche ein. „Gemäß den IPC-Regeln für Paralympics-Uniformen sind ‚Texte von Nationalhymnen, motivierende Worte, öffentliche/politische Botschaften oder Slogans, die sich auf die nationale Identität beziehen‘ verboten“, teilte ein IPC-Sprecher mit. Das ukrainische Team habe innerhalb von 24 Stunden eine Alternative vorgelegt, die auch genehmigt wurde. Sushkevych hob die Symbolik des ursprünglichen Outfits hervor, dass „ganz klar signalisiert, dass die Ukraine mit all ihren Gebieten ohne russische Besatzung in der Welt und in Europa existiert“. Ukraine boykottiert Eröffnungsfeier der Paralympics Bei den Winterspielen, die am 22. Februar endeten, war tagelang über die Suspendierung des Skeleltonfahrers Heraskewytsch diskutiert worden. Er wollte nicht auf das Tragen seines Helms verzichten, auf dem Bilder von mehr als 20 Sportlerinnen und Sportlern, die infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ums Leben gekommen sind, abgebildet waren. Daraufhin wurde er vom Wettbewerb ausgeschlossen, auch ein Einspruch vor dem Sportgerichtshof Cas blieb erfolglos. Heraskewytsch meldete sich auch jetzt zu Wort, und sprach in Bezug auf das Outfit-Verbot von einer „beschämenden Entscheidung“. Das ukrainische Team wird wegen der Zulassung russischer Sportler unter eigener Flagge nicht an der Eröffnungsfeier am Freitag teilnehmen. (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article6995c7f3026df14c655f743f/olympia-2026-russen-bei-paralympics-ukraine-boykottiert-jetzt-die-eroeffnungsfeier.html) Es sei eine „unerhörte Entscheidung“ der Organisatoren, Athletinnen und Athleten aus Russland wieder mit nationalen Symbolen an den Winterspielen der Behindertensportler teilnehmen zu lassen, hatte Sportminister Matwij Bidnyj dazu Mitte Februar auf der Plattform X. Es wurden sechs Startplätze an russische Athleten vergeben, Belarus darf vier Teilnehmer entsenden.