Der Deutsche Städtetag hat die Kürzungen bei Integrationskursen durch die Bundesregierung scharf kritisiert. Die geplanten Zugangsbeschränkungen (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6989feaecf1a9206724db9bf/integrationskurse-bundesamt-fuer-migration-weitet-zulassungsstopp-aus.html) zu den Sprachkursen seien „kein gutes Signal“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Christian Schuchardt, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die freiwilligen Teilnehmer an Integrationskursen würden „rund die Hälfte aller Teilnehmenden“ ausmachen. „Wenn diese Teilnehmer wegbrechen, kann vielerorts die Mindestteilnehmerzahl der Kurse nicht mehr erreicht werden.“ Anfang Februar war bekannt geworden, dass das dem Innenministerium unterstellte Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seit Ende November keine Berechtigungsscheine für eine freiwillige Teilnahme an den Kursen mehr ausstellt. Das Innenministerium will laut eigenen Angaben Flüchtlinge mit dauerhafter Bleibeperspektive bei der Teilnahme bevorzugen. Hintergrund sind demnach auch Einsparungen. Nach WELT-Informationen kostet ein Integrationskurs den Bund pro Teilnehmer bis zu 3500 Euro. Das teilte das BAMF auf WELT-Anfrage mit. Städtetag-Hauptgeschäftsführer Schuchardt sagte den Funke-Zeitungen, dass die in den Kursen vermittelte Sprachkompetenz und das Orientierungswissen über Deutschland „der Schlüssel für den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort“ seien. „Gerade für Integrationswillige brauchen wir Integrationsangebote (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article698c1b5662ee8b267c15ae3e/migration-letztes-wort-noch-nicht-gesprochen-spd-gegen-zulassungsstopp-bei-integrationskursen.html) , ansonsten dauert die Integration einfach viel länger, wenn sie überhaupt gelingt.“ Zudem verwies Schuchardt, der bis 2025 als CDU-Mitglied Oberbürgermeister von Würzburg war, auf die finanziellen Folgen. „Jeder Geflüchtete und Asylbewerber, der in Arbeit kommt, entlastet die Städte von Sozialausgaben. Ohne Integrationskurse wird eine Arbeitsaufnahme aber fast unmöglich.“