Welt 20.02.2026
09:38 Uhr

Ökonom stellt Kündigungsschutz im öffentlichen Dienst infrage


Ist der Kündigungsschutz im öffentlichen Dienst zu großzügig bemessen? Ökonom Moritz Schularick kritisiert die aktuellen Regelungen. Der strenge Kündigungsschutz hierzulande sei generell ein Standortnachteil.

Ökonom stellt Kündigungsschutz im öffentlichen Dienst infrage

Der Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, Moritz Schularick (verlinkt auf https://www.welt.de/wirtschaft/plus697dfe96f0e62064809e03e4/ifw-praesident-schularick-nichts-wuerde-putin-mehr-beeindrucken-als-das-wissen-dass-deutschland-ernst-macht.html) , schlägt eine Aufhebung des Kündigungsschutzes für den öffentlichen Dienst und Besserverdiener vor. „Ich möchte auch den de facto Kündigungsschutz im öffentlichen Dienst infrage stellen“, sagte Schularick der Deutschen Presse-Agentur. „Warum gibt es diese Vorzugsbehandlung?“ Der Ökonom sprach sich zudem für eine Aufhebung des Kündigungsschutzes für gut verdienende Arbeitnehmer aus. „Warum halten wir am Kündigungsschutz für Leute fest, die mehr als 100.000 Euro im Jahr verdienen?“, sagte Schularick. „Da wird ein paternalistischer Schutzgedanke weitergetragen ins 21. Jahrhundert, der wahrscheinlich schon Ende des 20. Jahrhunderts abgelaufen war.“ Diese Idee sei nicht länger zeitgemäß. Nach Beobachtung von Schularick führt der strenge Kündigungsschutz hierzulande dazu, dass deutsche Unternehmen Forschung und Entwicklung nach China auslagern. „Eigentlich sollten Forschung und Entwicklung in Deutschland und Europa sein, weil wir die schlauen Köpfe haben, und die anderen schrauben die Autos zusammen.“ Hintergrund der Entwicklung sei, dass Deutschland auch wegen des Kündigungsschutzes zu teuer sei. Unternehmen gingen Risiken ein, wenn Kosten wie in China überschaubar seien. „Wenn ich als Unternehmen in Deutschland nach einem gescheiterten Projekt eine Gruppe von 20 Entwicklern über Jahre weiterbeschäftigen muss, fange ich mit dem Projekt nicht an.“ Wirtschaftsweise Grimm kritisiert Vorschlag Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt in einem Beitrag auf X davor, den Kündigungsschutz im öffentlichen Dienst leichtfertig infrage zu stellen. Wer diesen lockern wolle, müsse sich bewusst machen, welche Gehälter nötig wären, um ähnlich qualifizierte und zugleich unbestechliche Staatsdiener zu gewinnen. Mit Blick auf Beamte betont sie, dass das Beamtentum gerade in Bereichen, in denen Unbestechlichkeit und Loyalität gegenüber dem Staat zentral seien, ein „scharfes Schwert“ darstelle. „Was wäre hier ein alternatives Anreizsystem?“