Aus vier Bischöfen könnten bald drei werden. Die evangelische Nordkirche prüft einen tiefgreifenden Umbau ihrer Führung, bei dem das Amt des Landesbischofs zur Disposition steht. Hintergrund sind der Mitgliederschwund und die Folgen für den kirchlichen Haushalt. Bislang teilen sich vier Bischöfinnen und Bischöfe die Amtsgeschäfte in der Nordkirche. Nora Steen ist zuständig für den Sprengel Schleswig und Holstein, Kirsten Fehrs für Hamburg und Lübeck, Tilman Jeremias für Mecklenburg und Pommern. Gemeinsam mit der Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt bilden sie den Bischofsrat der Nordkirche. Über eine „Neukonzeption der Bischöflichen Dienste in der Nordkirche“ wollen die Mitglieder der Landessynode, des Kirchenparlaments der Nordkirche, vom 24. bis 26. September beraten. So jedenfalls steht es auf der Tagesordnung für das Treffen in Lübeck-Travemünde. Kühnbaum-Schmidt hatte im März 2026 in einem NDR-Interview die Debatte um eine Reduzierung der bischöflichen Stellen angestoßen. Am vergangenen Wochenende hatte die 61-Jährige öffentlich gemacht, dass sie am 1. Oktober 2027 – mit dann 63 Jahren – in den vorzeitigen Ruhestand gehen wird. Die Nordkirche steht angesichts eines drastischen Mitgliederschwundes unter Spardruck. Die Mitgliederzahl ist in den vergangenen zehn Jahren von 2,1 Millionen auf 1,6 Millionen gesunken. Als sich die Nordelbische Landeskirche mit den Kirchen von Mecklenburg und Pommern im Jahr 2012 zusammenschloss, zählte die Nordkirche sogar noch 2,3 Millionen Mitglieder. Das bedeutet also einen Verlust von rund 30 Prozent seit Gründung der fusionierten Landeskirche. Weitere Themen, mit denen sich die Synodalen beschäftigen werden, seien die Liedauswahl des neuen Evangelischen Gesangbuches sowie der Bericht des Bischofs im Sprengel Mecklenburg und Pommern, Tilman Jeremias, mit Blick auf die Ergebnisse der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September.