Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihrer Familie seit ihrer Verhaftung Ende vergangener Woche (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article693c23b1f679420e000b2a9f/mullah-regime-nobelpreistraegerin-narges-mohammadi-im-iran-gewaltsam-festgenommen.html) zweimal in die Notaufnahme eines Krankenhauses gebracht worden. Die 53-Jährige sei in Maschhad im Nordosten des Landes schwer geschlagen worden, teilte die Familie am Dienstag mit. Mohammadi habe in einem kurzen Telefonat nach der Verhaftung von wiederholten Schlägen berichtet, die eine Notfallbehandlung nötig machten. Die Menschenrechtlerin war nach Angaben der Narges-Mohammadi-Stiftung am Freitag verhaftet worden, als sie an einer Versammlung zum Tod des Menschenrechtsanwalts Chosrow Alikordi teilnahm. Von Unterstützern verbreitete Bilder zeigen, wie Mohammadi zu einer Menschenmenge spricht, bevor Sicherheitskräfte anrücken. Auf anderen Aufnahmen ist zu sehen, wie sie zur medizinischen Versorgung gebracht wird. Die iranischen Behörden äußerten sich nicht öffentlich zu dem Bericht ihrer Familie. Sie erklärten lediglich, Teilnehmer der Versammlung am Freitag seien in Gewahrsam genommen worden, weil sie bestimmte Parolen gerufen hätten. Die Festnahme sei erfolgt, um sie vor anderen Menschen in der Menge zu schützen. Mohammadi wurde 2023 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, den sie nicht persönlich entgegennehmen konnte, weil sie im Gefängnis saß. Im November vergangenen Jahres forderten mehr als 40 Menschenrechtsgruppen, Mohammadi müsse aus medizinischen Gründen sofort entlassen werden. Sie habe während ihrer Haft mehrere Herzinfarkte erlitten, ehe sie sich 2022 einer Notfalloperation unterzogen habe. Vor einem Jahr erhielt sie einen Hafturlaub von drei Wochen (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/article254762950/Anwalt-Iran-laesst-Friedensnobelpreistraegerin-Mohammadi-voruebergehend-frei.html) , der immer wieder verlängert wurde. Mohammadi setzte ihre Aktionen mit öffentlichen Protesten und Auftritten in den internationalen Medien fort. Ihre Unterstützer warnten schon seit Monaten, sie könne wieder ins Gefängnis kommen.