Mit den Worten, es sei „nicht ein Verwaltungsakt, sondern ein Versprechen“, wendet sich Bildungsstaatsrätin Katharina von Fintel an Hamburgs neue Lehramts-Referendarinnen und Referendare. 393 von ihnen sind zum 1. Februar in die zweite Phase ihrer Lehrkräfteausbildung gestartet – und am Montag im Rathaus begrüßt worden.„Was für ein schöner Anblick, ein ganzer Saal voller Menschen, die sich entschieden haben, Verantwortung zu übernehmen – für junge Menschen, für das Miteinander in unserer Stadt, für unsere Demokratie“, ruft die Staatsrätin laut einer Mitteilung der Schulbehörde den angehenden Lehrerinnen und Lehrern zu – und erinnert sie zugleich an das, was ihnen jetzt bevorsteht. Traditionell werden Hamburgs neue Lehramts-Referendarinnen und -Referendare mit einem feierlichen Senatsempfang und anschließender Vereidigung im Großen Festsaal des Rathauses in Empfang genommen. Unter den 393 jungen Lehrkräften (verlinkt auf https://www.welt.de/kultur/article697217d5568b91954b0eb4fd/boersenverein-buchhandel-die-klagen-dass-die-schulen-broeckeln-die-kenne-ich-seit-ich-denken-kann.html) im Vorbereitungsdienst – abgekürzt LiVs – wurden sieben mit ausländischen Lehramtsabschlüssen eingestellt. „Vielleicht haben Sie in letzter Zeit selbst erlebt, wie sich Gespräche verändern und plötzlich Dinge gesagt werden, die früher unaussprechlich schienen“, setzt Bildungsstaatsrätin von Fintel ihre Rede fort. Viele Menschen seien verunsichert, suchten Halt und landeten „manchmal bei denen, die einfache Antworten geben, weil sie mit komplexen Antworten überfordert sind“. Diese Entwicklungen werden den Referendarinnen und Referendare laut von Fichtel künftig begegnen, auf dem Pausenhof, in Elterngesprächen und vielleicht sogar im Lehrerzimmer. „Genau da sind Sie gefragt. Als Menschen mit Haltung“, betont die Staatsrätin – und fügt hinzu: „Und mit dieser Haltung kommt Verantwortung, denn Lehrkräfte sind nie neutral gewesen. Neutral im Sinne von Parteipolitik – ja. Aber nicht neutral gegenüber Diskriminierung, Menschenfeindlichkeit oder Angriffen auf Demokratie und Rechtsstaat.“ Folglich sei Demokratiebildung keine zusätzliche Aufgabe nebenbei, sondern Bestandteil des pädagogischen Auftrags. Genau das mache Schule zu einem so entscheidenden Ort, weshalb von Fintel an die neuen Kolleginnen und Kollegen appelliert: „Zeigen Sie Haltung.“ Für Lehrerinnen und Lehrer ist Hamburg ein beliebter Arbeitsort. Denn während bundesweit der Lehrkräftemangel zum Teil dramatisch zunimmt, gab es in der Hansestadt nach Angaben der SPD-geführten Schulbehörde trotz einer Steigerung der Ausbildungsplätze von ehemals 855 auf jetzt insgesamt 1350 immer noch deutlich mehr als doppelt so viele Bewerbungen wie Ausbildungsplätze. „Offensichtlich genießen die Stadt und Hamburgs Schulen nach wie vor bundesweit große Anerkennung“, heißt es aus der Behörde. Besonders beliebt: Lehramt Sekundarstufe I und II Dieses Mal hatten sich 938 junge Menschen um einen der 393 Referendariatsplätze in der Hansestadt beworben, 43 mehr als beim Einstellungstermin ein Jahr zuvor (Februar 2025: 895 Bewerbungen). Die Einstellungsquote liegt den weiteren Angaben zufolge aktuell bei rund 42 Prozent. Die neuen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst werden nun 18 Monate lang im Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung (LI) und in den Schulen (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6965393954e8233d6fbdf215/klima-aktivistin-luisa-neubauer-gibt-unterricht-live-von-der-antarktis-ueber-1000-schulklassen-melden-sich-an.html) ausgebildet. Dabei verteilen sich die Bewerbungen unterschiedlich auf die einzelnen Lehrämter. Am begehrtesten waren wie bereits in den Vorjahren die Plätze für den Vorbereitungsdienst zum Lehramt Sekundarstufe I und II, also für Stadtteilschulen und Gymnasien. 441 junge Menschen hatten sich auf die 134 angebotenen Plätze beworben. Am zweithöchsten nachgefragt war das Lehramt an Grundschulen, hier gab es 180 Bewerbungen um die insgesamt 76 Plätze. Der Anteil an Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern ist im Vergleich zum Einstellungstermin im Vorjahr abermals gesunken. Die Schulbehörde betont weiter: „Während in anderen Bundesländern mangels Bewerbungen inzwischen zum Teil mehr als ein Drittel der Plätze mit Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern besetzt werden, waren es in Hamburg lediglich 3,4 Prozent aller Plätze.“ (Februar 2025: 6,6 Prozent). Das Durchschnittsalter der Nachwuchslehrkräfte liegt bei 29,5 Jahren, die älteste Person ist 54, die jüngsten sind 23 Jahre alt. Die weiblichen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sind in der Überzahl. Nur 24,3 Prozent aller neu eingestellten Nachwuchslehrkräfte sind männlich. Damit ist deren Anteil im Vergleich zum Vorjahr gesunken: Im August 2025 waren es 31 Prozent männliche LiVs, im Februar vergangenen Jahres 28,9 Prozent. Und: Am besten sind die Abschlusszensuren aller neuen Referendarinnen und Referendare für das Lehramt für Sonderpädagogik mit Note 1,54. Der Notendurchschnitt aus dem Studium liegt aktuell bei 1,66 (Februar 2025: 1,68). Mit rund 273.000 Kindern und Jugendlichen (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/hamburg/article697c6b73f0e62064809def7e/industrie-umfrage-so-steht-es-wirklich-um-die-leistungsbereitschaft-der-generation-z.html) in den Schulen verzeichnet Hamburg derzeit so viele wie seit mehr als 40 Jahren nicht mehr. Dem gegenüber stehen mehr als 16.000 Lehrerstellen, von denen laut Schulbehörde nur ein kleiner Teil zum Schuljahresstart 2025/26 unbesetzt war. Die Zahl der Schüler steigt seit Jahren, was zu einer hohen Nachfrage nach Personal führt. Der Fokus auf Neueinstellungen liegt in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch.