Seit elf Jahren fehlt von Horst Georg Linnemann jede Spur. Nun durchkämmen Ermittler ein abgelegenes Waldstück nördlich von Neumünster – in der Hoffnung, endlich die sterblichen Überreste des damals 28‑jährigen Studenten zu finden. Neue kriminaltechnische Hinweise lenken den Blick in das Wattenbeker Gehege, ein dichtes Forstgebiet zwischen Neumünster und Bordesholm. Rund 30 Einsatzkräfte und sechs Leichenspürhunde suchen dort seit Dienstag nach verborgenen Spuren. Die Ermittler hatten den Fall 2024 neu aufgerollt. Sie sichteten sämtliche Akten, rekonstruierten die damaligen Schritte und ließen alte Spuren mit modernen Methoden erneut untersuchen. Dabei traten Hinweise zutage, die mit dem Waldgebiet in Verbindung stehen könnten. Die Polizei sperrte das Gelände weiträumig ab, befreite es von Schnee und Eis und setzte Bohrungen, um Veränderungen im Boden aufzuspüren. Linnemann war am 15. Dezember 2014 verschwunden. Seine Freundin sah ihn an diesem Mittag zuletzt, am Abend meldete sie ihn als vermisst. Sein dunkelblauer Golf wurde fünf Tage später in Hamburg gefunden. Anfang 2015 geriet zudem ein Leihanhänger mit gelber Plane in den Fokus, der offenbar von ihm genutzt worden war. Schon früh geriet sein Umfeld in den Blick der Ermittler, doch der Tatverdacht gegen zwei Männer, damals 26 und 28 Jahre alt, ließ sich nicht erhärten. Die Polizei ging damals dennoch davon aus, dass Linnemann Opfer eines Tötungsdelikts geworden war – und seine Leiche zunächst angezündet und anschließend vergraben worden sein könnte. Bisherige Suchen blieben ohne Erfolg Mehrere Suchaktionen folgten: ein abgelegener Bereich am Stadtrand von Neumünster, später ein Kleingartengelände. Beide Durchsuchungen blieben ohne Ergebnis. Danach wurde es öffentlich ruhiger, im Hintergrund liefen die Ermittlungen jedoch weiter. Mit der erneuten Durchsuchung des Waldgebiets hoffen die Beamten nun auf entscheidende Hinweise. Sollten die Spürhunde am Mittwoch nicht anschlagen, könnten sie am Donnerstag erneut eingesetzt werden. Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise – insbesondere zu Sichtungen am 15. Dezember 2014 und den Tagen danach, zu Linnemanns Fahrzeug oder dem auffälligen Anhänger, zu möglichen von ihm genutzten Garagen oder zu Beobachtungen im Bereich des Waldgebiets. Hinweise nimmt das LKA unter 0431/160‑42852 entgegen. Für entscheidende Angaben ist weiterhin eine Belohnung von 1500 Euro ausgesetzt.