Er hatte nur eine letzte Wahl – und die hat Julian Nagelsmann getroffen. Nach Informationen der „Bild“ (verlinkt auf https://www.bild.de/) wird Nagelsmann als Bundestrainer zurücktreten. Nach Abpfiff des peinlichen WM‑Aus gegen Paraguay (3:4 n.E.) verweigerte sich der Bundestrainer noch einem Rücktritt. „Ich bin auf jeden Fall keiner, der wegläuft“, hatte Nagelsmann kurz nach dem Ausscheiden gesagt. Nun gibt es doch die Kehrtwende nach sanftem Druck. Bei einem dreistündigen Geheimgipfel (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/wm/plus6a464d07d9f58c3f01f808cc/wm-2026-geheimer-nagelsmann-gipfel-beim-dfb-beendet.html) am Donnerstag in der DFB-Zentrale in Frankfurt hatten sich die Fußball-Bosse um Präsident Bernd Neuendorf, Bundesliga-Präsident Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Rudi Völler und DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig von Nagelsmann seine Begründung für das Scheitern bei der WM im Sechzehntelfinale angehört. Die Argumente des Noch-Bundestrainers waren offenbar nicht überzeugend genug. Im Anschluss an die Aussprache soll das Gremium Nagelsmann unmissverständlich nahegelegt haben, einen freiwilligen Job-Rückzug in Erwägung zu ziehen. Über diese goldene Brücke, die die Fußball-Bosse ihm gebaut haben, geht Nagelsmann nun. Es ist sein letzter Gang als Bundestrainer. Das Trostpflaster für Nagelsmann: eine entsprechende Abfindung von geschätzten rund 7 Millionen Euro. (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/wm/article6a465187fe916cf558e88daf/wm-2026-der-fatale-fehler-im-nagelsmann-vertrag-lothar-matthaeus-rechnet-ab.html) Nagelsmann kam als „Wunschlösung“ zum DFB Wie beim Vorrunden-Aus 2018 in Russland und 2022 in Katar hatte das DFB-Team beim XXL-Turnier mit erstmals 48 Mannschaften in Amerika zum dritten Mal nacheinander die Runde der besten 16 Teams. Nagelsmann war mit dem erklärten Ziel angereist, die Nationalmannschaft bestmöglich zum Titel zu führen. Der ehemalige Bundesliga-Trainer (TSG Hoffenheim, RB Leipzig, Bayern München) hatte im September 2023 die Nachfolge von Hansi Flick angetreten. Seine ersten Länderspiele bestritt er dabei im Oktober 2023 ebenfalls auf einer US-Reise. Und in Foxborough leitete er damals sogar seine ersten Trainingseinheiten. Wenige hundert Meter von dem Übungsplatz entfernt erlebte Nagelsmann seine bitterste Niederlage. Nagelsmann war damals „die Wunschlösung“ von DFB-Sportdirektor Rudi Völler, der in der etwas mehr als 1000 Tage währenden Amtszeit Nagelsmanns wichtigster Ansprechpartner im Verband war. „Wir haben ein absolutes Topverhältnis, ein freundschaftliches Verhältnis. Julian ist ein Toptrainer“, hatte Völler noch vor dem Paraguay-Spiel im DFB-Camp in Winston-Salem betont. Bei seinem ersten Turnier als DFB-Chefcoach war Nagelsmann vor zwei Jahren bei der Heim-EM im Viertelfinale gegen den späteren Titelgewinner Spanien unglücklich mit 1:2 nach Verlängerung ausgeschieden. Logischer Nachfolger Klopp? Der Verband mit Präsident Neuendorf an der Spitze muss nun wieder einen neuen Cheftrainer suchen. Nach dem WM-Aus 2018 hatte Joachim Löw bis einschließlich zur EM 2021 weitermachen dürfen, nach dem Ausscheiden 2022 in Katar wurden auch Flick weitere Spiele gegeben. Als Top-Kandidat für eine mögliche Nachfolge wird Klopp gehandelt. Der 59-Jährige ist seit Januar 2025 als Head of Global Soccer für die Red Bull GmbH tätig. Davor war Klopp als Trainer sehr erfolgreich bei Borussia Dortmund und dem FC Liverpool. Mit dem BVB wurde er deutscher Meister, mit Liverpool gewann er den englischen Titel und 2019 die Champions League. Das erste Länderspiel der deutschen Mannschaft nach der WM findet am 24. September in den Niederlanden zum Start in die Nations League statt. Weitere Gruppengegner bis zum Jahresende sind Griechenland und Serbien.