In einer Moschee in Berlin-Neukölln ist am Sonntagabend des getöteten iranischen Religionsführers Ali Chamenei gedacht worden. Die Trauerzeremonie fand nach Informationen des „Tagesspiegel“ (verlinkt auf https://www.tagesspiegel.de/berlin/tod-des-religionsfuhrers-im-iran-muslime-trauern-in-berliner-moschee-um-ajatollah-chamenei-15306082.html) in der Imam-Riza-Moschee statt. Der Zeitung lag demnach ein im Internet verbreiteter Aufruf zu der Veranstaltung vor. Die Berliner Polizei bestätigte der Zeitung, dass die Veranstaltung stattgefunden und beobachtet worden ist. Es seien rund 80 Besucher gezählt worden. Vor der Moschee hätten sich etwa ebenso viele Kritiker des iranischen Mullah-Regimes zu einer Gegendemonstration versammelt. >>> Lesen Sie alle aktuellen Entwicklungen im Live-Ticker <<< (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article69a291a07c787f6a1cef1bc5/krieg-in-nahost-flammen-und-rauch-auf-gelaende-von-us-botschaft-mehrere-kampfjets-stuerzt-in-kuwait-ab-liveticker.html) Die Imam-Riza-Moschee gehört nach Informationen des „Tagesspiegels“ zur schiitischen Strömung des Islam, die Staatsreligion im Iran ist. Die von Teheran aus regierte Theokratie ist über Jahrzehnte von Chamenei autoritär angeführt worden. Wie die Zeitung weiter schreibt, fanden in der Moschee in den vergangenen Jahren mehrfach Trauerfeiern für Funktionäre des iranischen Regimes statt. Besonders öffentlichkeitswirksam sei eine Veranstaltung im Januar 2020 gewesen: Damals hätten Teilnehmer für Qassem Soleimani gebetet, den von US-Streitkräften im Irak getöteten General der iranischen Al-Quds-Brigaden, der die Auslandseinsätze der Revolutionsgarden organisiert habe (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article204733420/Qassem-Soleimani-Er-war-der-Architekt-des-iranischen-Terrors.html) . Sicherheitsbehörden beobachteten das Neuköllner Gebetshaus seit Jahren, heißt es. Öffentlich aufgefallen war die Moschee unter anderem nach dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 in Israel. Damals hatten 20 Berliner Vereine, Kulturzentren und Religionsgemeinschaften zum Frieden aufgerufen. Der Moscheeverein der Imam-Riza-Moschee hatte die Erklärung damals explizit boykottiert (verlinkt auf https://www.bz-berlin.de/meinung/kolumne/kolumne-mein-aerger/moscheen-in-neukoelln-verweigern-den-aufruf-zum-frieden) . Die Moschee gilt seit Jahren als Treffpunkt von Islamisten der Hisbollah. Schon bei ihrem Bau 2004 hatten Politiker vor einer Einrichtung mit extremistischem Hintergrund gewarnt (verlinkt auf https://www.welt.de/print-welt/article290008/Islamisten-planen-in-Berlin-den-Bau-weiterer-Moscheen.html) . In der Moschee werde überwiegend Türkisch gesprochen, viele Gläubige stammten aus dem Libanon. Dort gehört rund ein Drittel der Bevölkerung dem schiitischen Islam an. Die im Südlibanon dominierende Hisbollah gilt als schiitisch-islamistische Partei und enger Verbündeter des iranischen Regimes. Während in Neukölln getrauert wurde, feierten laut „Tagesspiegel“ zahlreiche Exil-Iraner und Bundesbürger iranischer Herkunft am Brandenburger Tor den Tod Chameneis. Dort wurden neben iranischen Flaggen auch Fahnen der USA und Israels geschwenkt. Auf der Kundgebung habe es geheißen, Chamenei habe für Unterdrückung, Rückschritt und Massenmord gestanden. Auch in anderen europäischen Metropolen herrscht unter vielen Exil-Iranern Feierstimmung.