Welt 19.01.2026
06:07 Uhr

„Müssen uns daran gewöhnen, wieder mehr zu arbeiten“, sagt Rhein und verweist auf Griechenland


Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hält nichts von einer Vier-Tage-Woche. Um die Wirtschaft wieder anzuschieben, müssten die Deutschen wieder mehr arbeiten, sagt der CDU-Politiker. Er verweist auf das einstige Pleiteland Griechenland.

„Müssen uns daran gewöhnen, wieder mehr zu arbeiten“, sagt Rhein und verweist auf Griechenland

Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) plädiert für längere Arbeitszeiten. „Wir müssen uns in Deutschland daran gewöhnen, wieder mehr zu arbeiten“, sagte der CDU-Politiker dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. Seinen Worten zufolge braucht es einen „einen neuen Respekt vor Leistung mit dem klaren Grundsatz: Wer etwas leistet, hat von Staat und Gesellschaft mehr zu erwarten als jemand, der weniger leistet.“ Beispielgebend sieht Rhein Griechenland: „Das Land hat in kürzester Zeit einen starken Aufschwung bei Wirtschaft und Arbeitsmarkt geschafft. Dort diskutieren sie inzwischen darüber, ob sie auch an einem Samstag arbeiten und eine Sechs-Tage-Woche machen sollten. In Deutschland dagegen debattieren wir über eine Vier-Tage-Woche (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/vier-tage-woche/) .“ Für ihn sei klar: „Mit einer Vier-Tage-Woche und weniger Arbeit werden wir unseren Wohlstand nicht halten.“ Leistung sei etwas „verdammt Gutes“. „Jemand, der Leistung bringt, ist kein rücksichtsloser Karrierist und kein skrupelloser Kapitalist, sondern jemand, der gerne etwas schafft und damit auch etwas für die Gemeinschaft tut“, sagte Rhein. Im Übrigen erlebe er in Gesprächen eine enorme Leistungsbereitschaft bei den Menschen: „Jetzt geht es darum, diese Leistung politisch zu honorieren, anstatt sie zu ignorieren.“ Einen weiteren arbeitsmarktpolitischen Vorschlag machte der Arbeitnehmerflüge der CDU (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article696dc9a3cb02badbe0a0e99c/cdu-wildwuchs-cdu-fluegel-will-neue-verbeamtungen-ausserhalb-klar-definierter-bereiche-ausschliessen.html) zum Wochenbeginn. Sie wollen die Minijobs stark einschränken. Das geht aus einem Antrag für den Bundesparteitag der CDU Ende Februar hervor, der dem „Stern“ vorliegt. „Aus einem Übergangsmodell ist eine Parallelwelt der Arbeit geworden“, heißt es darin. Der Arbeitnehmerflügel schlägt vor, vorhandene Minijobs schrittweise in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu überführen. „Der vermeintliche Vorteil ‚mehr Netto‘ entpuppt sich als Verlust an Sicherheit“, erklärt der Arbeitnehmerflügel. „Menschen, die Solidarität am dringendsten bräuchten, stehen im Alter und in Notlagen mit leeren Händen da.“