Thomas Müller steht mit den Vancouver Whitecaps im Finale um die Meisterschaft in der Major League Soccer und trifft dort auf Lionel Messi und Inter Miami. Müllers kanadische Mannschaft setzte sich in San Diego 3:1 (3:0) gegen das MLS-Überraschungsteam San Diego FC durch und gewann damit die Play-offs der Western Conference. Müller hakte die Siegerehrung schnell ab. „Es geht nicht darum, für die Western Conference irgendeinen Pokal entgegenzunehmen, sondern wir wollen das ganz große Ding holen und da werden wir uns jetzt darauf einstellen“, sagte der 36-Jährige mit Blick auf das Finale am kommenden Wochenende: „Dafür trainierst du, dafür machst du das Ganze.“ Dass er nach 25 Jahren im Trikot des FC Bayern die Fußballschuhe nicht an den Nagel gehängt hat, sondern nach Vancouver ging, ist für den Rekordspieler des deutschen Rekordmeisters jetzt noch logischer als beim Wechsel im Sommer. „Ich verstehe mich immer mehr, dass ich es weiter genießen will, in diesen Momenten auf dem Fußballplatz zu stehen. Es macht einfach Spaß“, sagte er mit einer Pudelmütze auf dem Kopf in den Katakomben des Snapdragon-Stadions in San Diego. Dabei hatte er im Süden Kaliforniens gar nicht so die zentrale Rolle inne - angeschlagen war er nach rund einer Stunde ausgewechselt worden, die Tore erzielten die Kollegen. Für Müller und Messi, der seit Sommer 2023 in Miami spielt, ist es das erste Duell seit dem Champions-League-Achtelfinale zwischen dem FC Bayern München und Paris St. Germain im Frühjahr vor Messis Wechsel in die USA und das erste gemeinsame Finale seit dem WM-Sieg Deutschlands 2014. Messi hat in seiner Zeit bei Inter bereits den Leagues Cup (2023) und das Supporters Shield (2024) für die beste Hauptrundenbilanz gewonnen, hatte es aber nie in die Nähe der Meisterschaft geschafft. Müller holte seit seiner Ankunft in Vancouver bereits die kanadische Meisterschaft. Vancouver ging in San Diego durch einen frühen Doppelschlag schnell 2:0 in Führung. Erst traf White (8. Minute), drei Minuten später gelangte ein Abpraller des starken Ali Ahmed unglücklich für die Gastgeber vom Rücken von Torwart Pablo Sisniega über die Linie. Die Whitecaps hatten, angetrieben von Müller, jeweils Ballgewinne nah am Strafraum erzwungen und dann schnell und schlau den Abschluss gesucht. Erneut White erzielte noch vor der Pause das 3:0 (45.+2). Unmittelbar vor Müllers Auswechslung in der 61. Minute erzielte San Diego durch einen abgefälschten Schuss das 3:1, beendete die Partie aber in Unterzahl. Torwart Sisniega sah nach einer Notbremse weit außerhalb des Strafraums die Rote Karte (79.). Die Whitecaps hatten, angetrieben von Müller, jeweils Ballgewinne nah am Strafraum erzwungen und dann schnell und schlau den Abschluss gesucht. „Er ist wie ein Trainer auf dem Platz“, sagte White über den Champions-League-Sieger, der in Vancouver wie damals in der Nationalmannschaft mit der Nummer 13 aufläuft. Finalgegner Miami hatte mit New York City FC zuvor keine Probleme. Jordi Alba und Sergio Busquets wollen die Fußballschuhe nach dieser Saison an den Nagel hängen. Noch werden sie an den Füßen gebraucht. Durch ein 5:1 gegen New York sicherte sich Miami den Titel in der Eastern Conference und damit den Platz im MLS-Finale. Mateo Silvetti hatte Inter in der 67. Minute in Führung gebracht. Die Vorlage lieferte Messi. Es war die 405. Torvorlage seiner Karriere (für Verein und Nationalmannschaft). Tadeo Allende erhöhte mit Treffern nach Vorarbeit Alba und Busquets, Telasco Segovia erzielte in der 83. Minute nach einem Hackentrick von Alba das 4:1, und Allende vollendete in der 89. Minute mit seinem Hattrick das Spiel. Tennisstar Carlos Alcaraz brachte den Pokal der Eastern Conference auf das Spielfeld, um ihn den Eigentümern von Inter Miami zu überreichen, bevor er an Kapitän Messi weitergereicht wurde. Es folgten Feuerwerk und Konfettiregen, und man mochte meinen, sie hätten bereits den Titel gewonnen – aber so ist Sport in den USA, eine kunterbunte Inszenierung. „Wir haben eine fantastische Play-off-Saison gespielt und haben es verdient, das Finale erreicht zu haben“, sagte Silvetti. Das Endspiel wird nun am 6. Dezember um 8.30 Uhr (MEZ) in Miami stattfinden, weil Miami die bessere Hauptrundenbilanz vorzuweisen hat. Es ist die erste MLS-Finalteilnahme für Inter Miami, das in seinen ersten fünf Spielzeiten nie über die erste Play-off-Runde hinausgekommen war.