Im Hamburger Prozess um die Entführung der Block-Kinder ist es zu einer dramatischen Szene gekommen. Die Strafkammer lehnte den Antrag einer Mitangeklagten ab, die Anklagevorwürfe gegen sie zu erläutern. Der Verwandten von Christina Block wird vorgeworfen, die beiden Kinder und die Mutter nach der Rückholaktion Anfang Januar 2024 aus einem Hamburger Vorort nach Hause gefahren zu haben. Die 49-Jährige brach in Tränen aus. Ihr Verteidiger Reinhard Daum unterbrach die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt und beantragte eine Pause. Seine Mandantin lief schluchzend aus dem Gerichtssaal. Daum hatte bereits in der Vergangenheit vergeblich beantragt, das Verfahren gegen seine Mandantin, die nur wegen Beihilfe angeklagt ist, abzutrennen. Die lange Verfahrensdauer sei angesichts der maximal zu erwartenden Strafe unverhältnismäßig. Der Prozess läuft seit Juli vergangenen Jahres. Weitere Termine sind bis Ende Juni angesetzt, das Gericht erwägt eine Verlängerung bis Ende des Jahres. Christina Block ist angeklagt, den Auftrag zur Entführung ihrer Kinder vom Wohnort ihres Ex-Manns in Dänemark erteilt zu haben. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, bestreitet den Vorwurf. Am Freitag sagte zudem eine Mitarbeiterin des Block-Unternehmens aus. Sie beschrieb die enge Bindung der Großeltern zu ihren Enkeln. Der Gründer der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, und seine Ehefrau Christa seien „todtraurig“ gewesen, dass sie ihre Enkelkinder in Dänemark über so lange Zeit nicht sehen konnten, sagte die 36-Jährige, die für den 85-Jährigen tätig ist. Vorher seien die Kinder regelmäßig bei ihnen zu Besuch gewesen. Kurze Zeit vor der Entführung an Silvester 2023/24 hatte Eugen Block seinen Enkelkindern über einen Sicherheitsdienst Weihnachtsgeschenke am Wohnhaus in Süddänemark überreichen wollen. „Ich muss doch irgendwie meinen Enkelkindern zeigen, wie lieb ich sie habe“, erinnerte die Zeugin seine Worte. Zur Übergabe der Geschenke kam es nicht, die Polizei wurde gerufen. Christina Block war gegen Geschenk-Aktion Die Angeklagte Christina Block sagte vor dem Landgericht, sie sei gegen diese Geschenk-Aktion im laufenden Sorgerechtsstreit gewesen: „Ich wollte überhaupt keine Unruhe.“ Ihr sei klar gewesen, dass ihr Ex-Mann „immer“ die Polizei rufe. Der Vater der Kinder, Stephan Hensel, hatte die Kinder im Sommer 2021 nach einem Wochenendbesuch nicht zurückgebracht.