Welt 15.02.2026
01:22 Uhr

Mit „System, in dem legal Sozialleistungen abgegriffen werden“, müsse „Schluss sein“, sagt Linnemann


CDU-Generalsekretär Linnemann will das Bürgergeld weite umbauen und besonders die Zuverdienstregeln ändern, um ein Ausnutzen des Systems zu verhindern, das durch missbräuchliches Aufstocken entsteht. Mit einem Status quo, „in dem legal Sozialleistungen abgegriffen werden“, müsse Schluss sein.

Mit „System, in dem legal Sozialleistungen abgegriffen werden“, müsse „Schluss sein“, sagt Linnemann

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat nach der Bürgergeld-Reform weitere Verschärfungen gefordert. Mit Blick auf die für März geplante Ablösung des Bürgergeldes durch die neue Grundsicherung sagte Linnemann der „Bild am Sonntag“, die wie WELT zum Axel-Springer-Verlag gehört: „Dann müssen weitere Gesetze folgen. Das reicht nicht.“ Besonders die Zuverdienstregeln will Linnemann umbauen, um ein Ausnutzen des Systems zu verhindern: „Es gibt Menschen, die hier fünf bis zehn Stunden (pro Woche) arbeiten und mit Bürgergeld (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article694284e9b83be38bded68fc0/buergergeld-abgeschafft-kabinett-beschliesst-neue-grundsicherung-schaerfere-sanktionen.html) aufstocken“, sagte der CDU-Generalsekretär. „So entsteht ein System, in dem legal Sozialleistungen abgegriffen werden. Damit muss Schluss sein.“ Wer nur wenige Stunden arbeite, dem solle das Einkommen vollständig auf das Bürgergeld angerechnet werden, schlug Linnemann vor. „Erst wer mehr arbeitet, soll mehr behalten. Heute darf man die ersten 100 Euro behalten, danach werden 80 Prozent angerechnet – das setzt Anreize, wenig zu arbeiten. Das müssen wir umdrehen.“ Zugleich erteilte Linnemann den Forderungen der SPD nach neuen Sozialabgaben (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article698ad6a1fb406fc4d368c25f/gkv-das-weitet-die-umverteilung-massiv-aus-wirtschaftsweise-warnt-vor-neuem-spd-vorschlag.html) auf Miet- und Kapitaleinkünfte eine klare Absage. „In der Sache ist die Forderung falsch, weil zwei Drittel der Menschen privat fürs Alter vorsorgen, darauf Soli und Abgeltungssteuer zahlen und damit für die Rente planen“, sagte der Unionspolitiker. „Wenn man dann auch noch Kapitalerträge verbeitragt, nimmt man Planungssicherheit und schafft Politikverdrossenheit, nicht Vertrauen.“ Statt neuer Abgaben müsse die Politik die Sozialbeiträge perspektivisch wieder Richtung 40 Prozent drücken, um das System stabil zu halten. In der „Bild am Sonntag“ forderte Linnemann auch spürbare Senkungen bei der Einkommensteuer. „Ich finde, wir müssen mit der SPD über ein Reformpaket reden.“ Er schlug vor, die Belastungsschwelle nach oben zu verschieben: „Ich plädiere dafür, dass der Spitzensteuersatz nicht schon bei 68.000 Euro Jahresbrutto greift, sondern erst bei 80.000 Euro. So flachen wir den Mittelstandsbauch ab und sorgen für Entlastung.“