Großer Erfolg kommt selten über Nacht, und manchmal bedarf es einer helfenden Hand, um ins Ziel zu kommen. Wie im Falle der Krimiserie „Simon & Simon“. Diese gilt heute als eine der TV-Ikonen der 1980er; einem Jahrzehnt, das etliche Klassiker hervorbrachte, darunter Kinofilme (verlinkt auf https://www.welt.de/geschichte/article251758888/Gremlins-und-Ghostbusters-erschienen-am-selben-Tag-Das-magische-Filmjahr-1984.html) , Popsongs (verlinkt auf https://www.welt.de/geschichte/article249331294/Musik-1984-Das-Jahr-in-dem-der-Pop-seinen-Hoehepunkt-erreichte.html) , Videogames (verlinkt auf https://www.welt.de/geschichte/article245270486/Technikgeschichte-C64-Der-Brotkasten-praegte-eine-ganze-Generation-Computer-Kids.html) und Werbespots (verlinkt auf https://www.welt.de/geschichte/article246032122/Like-Ice-in-the-Sunshine-Warum-so-viele-Werbungen-aus-den-80ern-noch-heute-kult-sind.html) – und eben Krimiserien und -reihen. Dieses Genre war im Fernsehen seit jeher populär, und in jeder Dekade gab es Highlights; von der US-Serie „Dragnet“, die in den 1950ern ein großer Hit war und die deutsche Serie „Stahlnetz“ inspirierte, über „77 Sunset Strip“, die in den 60ern begeisterte, bis zu den „Straßen von San Francisco“ und dem deutschen „Tatort“ in den 70ern, um nur einige zu nennen. Doch in den 80ern lief der TV-Krimi zu neuer Hochform auf, nach Meinung vieler war diese Dekade das „goldene Zeitalter“ des Genres. Während in Deutschland Kommissar Schimanski den „Tatort“ aufmischte (verlinkt auf https://www.welt.de/geschichte/article246012940/Erster-Schimanski-Tatort-Nach-zwoelf-rohen-Eiern-musste-sich-Goetz-George-uebergeben.html) , entstand jenseits des Atlantiks eine Fülle von Hit-Krimiserien. Sie hatten das typische 80er-Jahre-Flair, waren „cool“, actionreich, spannend und amüsant. Noch heute haben „Ein Colt für alle Fälle“, „Trio mit vier Fäusten“, „Knight Rider“, „Miami Vice“ (und viele weitere) etliche Fans. Und auch „Simon & Simon“ ist unvergessen. Die Ende November 1981 auf dem Sender CBS gestartete Serie handelte von zwei ungleichen Brüdern, die in San Diego an der US-Westküste ein gemeinsames Detektivbüro betreiben. Der ältere Rick (Gerald McRaney) hat im Vietnamkrieg als US Marine gedient, er ist ein bodenständiger, lässiger Typ, der gerne Jeans und Cowboyhut trägt und seinen Pick-up-Truck (die legendäre „Dampframme“) bisweilen rustikal einsetzt. Sein jüngerer Bruder A.J. (Jameson Parker) ist so etwas wie ein bürgerlicher Gegenpol zu Rick: ein Universitätsabsolvent, der Wert auf gute Kleidung und Manieren legt. Die entsprechenden brüderlichen Frotzeleien führen bei ihren Ermittlungen zu etlichen amüsanten Szenen und Dialogen. Manchmal werden sie dabei von ihrer Mutter Cecilia (Mary Carver) zur Ordnung gerufen, und bisweilen arbeiten sie mit Lieutenant „Downtown“ Brown (Tim Reid) von der örtlichen Polizei zusammen. Doch obwohl die Chemie der Serie stimmte, blieben die Einschaltquoten der ersten Staffel mau. So mau, dass eine frühzeitige Absetzung im Raum stand. Dass diese abgewendet werden konnte, ist einem cleveren Einfall der Produzenten zu verdanken. Diese waren überzeugt, dass es der Serie nicht an Qualität und Attraktivität, sondern vielmehr am richtigen Timing mangelte, was den Ausstrahlungstermin anbelangte. Daher baten sie CBS, die Serie vom Dienstagabend auf Donnerstagabend zu verlegen – und zwar auf den Sendeplatz direkt nach „Magnum p.i.“ (verlinkt auf https://www.welt.de/geschichte/article251888654/Tom-Selleck-in-Magnum-Ich-weiss-was-Sie-jetzt-denken-und-Sie-haben-recht.html) . Letztere Serie hatte sich seit ihrem Start im Jahr 1980 zu einem großen Hit gemausert, Tom Selleck hatte sich als auf Hawaii ermittelnder Privatdetektiv Thomas Magnum eine große Fangemeinde erarbeitet. Nun hofften die „Simon & Simon“-Macher, dass genügend Krimifans nach „Magnum“ auf dem Sender „hängenbleiben“ würden, um auch die Simon-Brüder in die Erfolgszone zu hieven. Und damit nicht genug: Zum Start der zweiten „Simon & Simon“-Staffel wurden die beiden Serien am 7. Oktober 1982 sogar „verzahnt“, in Form einer „Crossover“-Doppelfolge. Hierbei tauchten die Simon-Brüder um 20 Uhr in der „Magnum“-Episode auf, die mit einem Cliffhanger endete: Eine Diebin entkam dabei am Flughafen von Honolulu nach San Diego. Die Simons flogen mit Magnums gestrengem Freund und Widerpart Higgins (John Hillerman) hinterher, und in der „Simon & Simon“-Episode um 21 Uhr erfolgte die Lösung des Kriminalfalls (für die „Magnum“-Folge wurde dabei noch ein alternatives Ende gedreht, in dem die Diebin nicht entkam; diese Version kam dann in späteren Wiederholungen der Episode zum Einsatz). Die Rechnung der Produzenten ging auf: Die Quoten der Simon-Brüder sprangen nach oben, und der donnerstägliche Krimi-Doppelpack auf CBS blieb jahrelang höchst erfolgreich. Acht Staffeln wurden von „Simon & Simon“ produziert, bis die Serie schließlich Ende 1988 eingestellt wurde. In Deutschland hatten die Simon-Brüder im Januar 1986 ihre TV-Premiere in der ARD. 1995 folgte noch ein TV-Film: „Simon & Simon: In Trouble Again“, in dem A.J. inzwischen als Anwalt in Seattle arbeitete und von Rick besucht und in einen Kriminalfall verwickelt wurde. Bislang blieb das Publikum von einem modernisierten „Reboot“ der Serie verschont; anders als bei „Magnum“ sowie einer weiteren legendären, actionreichen Krimiserie, die in den 80ern für Furore sorgte: „MacGyver“. Doch diese ist eine andere Geschichte, demnächst bei WELTGeschichte. Für WELTGeschichte blickt Martin Klemrath (verlinkt auf https://www.welt.de/autor/martin-klemrath/) neben klassischen historischen Themen auch regelmäßig auf popkulturelle Phänomene vergangener Jahrzehnte zurück. Darunter eine Kult-Sitcom der 80er und 90er: „ Eine schrecklich nette Familie (verlinkt auf https://www.welt.de/geschichte/article255276978/Eine-schrecklich-nette-Familie-Mit-Brachialhumor-begeisterte-Al-Bundy-seine-Fans-und-entgeisterte-Kritiker.html) “.