Die historischen Kirchen St. Jacobi, St. Katharinen und St. Petri sind mehr als Gotteshäuser – sie sind Zeugen der Stadtgeschichte. Seit Jahrhunderten prägen ihre Kirchtürme das Bild Hamburgs und die Silhouette der inneren Stadt. Die drei Hauptkirchen sind Orte des Glaubens, der Begegnung und des Dialogs, mitten in der City. Doch ihre Mauern, Dächer und Kunstschätze benötigen dringend Hilfe. Die Dorit & Alexander Otto Stiftung leistet nun einen Teil dieser Hilfe. Mit einer Million Euro sollen Glocken, Fassaden und Altäre gerettet werden, wie die Stiftung am Montag in der Hansestadt mitteilte. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, diese Wahrzeichen für kommende Generationen zu bewahren“, sagt Dorit Otto, Vorstandsvorsitzende der Stiftung. Die Initiative des Hamburger Stifterpaars engagiert sich seit Jahren für den Erhalt von Kulturgütern und soziale Projekte. Mehr als 40 Millionen Euro hat die Stiftung seit ihrer Gründung 2011 bereits in Hamburg investiert – unter anderem in die Modernisierung der Kunsthalle, die Ausstattung von Krankenhäusern und die Förderung von Einrichtungen wie der Arche und der Hamburger Tafel. Auch der Michel, die Hauptkirche St. Michaelis, bekam für seine Sanierung finanzielle Hilfe aus der Stiftung. Nun stehen drei der bedeutendsten Kirchen Hamburgs im Fokus. In St. Katharinen wird die Spende für die Restaurierung der 399 Jahre alten Gloria-Glocke verwendet, der schwersten historischen Großglocke Norddeutschlands. Sie weist Risse auf und wird derzeit in einer niederländischen Glockengießerei instand gesetzt. Parallel dazu wird der Stahl-Glockenstuhl durch Holz ersetzt und der Beton im Turmbereich saniert. „Wir sind von Herzen dankbar, dass mit der großartigen Unterstützung gleich drei wichtige Vorhaben vorangebracht werden können“, sagte Hauptpastorin Ulrike Murmann, die als Pröpstin für die Innenstadt zuständig ist. In St. Jacobi bereitet sich die Gemeinde auf eine umfassende Generalsanierung der Kirche vor. Neben der Sicherung der mittelalterlichen Bausubstanz sollen drei historische Altäre restauriert werden, die einst von Hamburger Zünften gestiftet wurden. „Die Erhaltung dieser Kunstschätze ist eine hochkomplexe Aufgabe. Die Förderung trägt wesentlich dazu bei, dass der Innenraum am Ende wieder erstrahlt“, sagt Hauptpastor Stefan Holtmann. Auch St. Petri, die älteste Hauptkirche Hamburgs, steht vor großen Herausforderungen. Dort muss der Dachstuhl denkmalgerecht instand gesetzt und die geschädigten Fassadenflächen an der Ostseite erneuert werden. Die Kosten liegen bei rund 2,7 Millionen Euro. „Die Schäden müssen dringend behoben werden, um St. Petri als spirituelles Zentrum im Herzen der Stadt zu erhalten“, betont Hauptpastor Jens-Martin Kruse. Weitere Spenden sind nötig, ein Baubeginn steht noch nicht fest. Alexander Otto ist der jüngste Sohn des Hamburger Versandhausgründers Werner Otto. Er übernahm im Jahr 2000 die Geschäftsführung der ECE Group, die unter anderem große Shoppingcenter betreibt. 2011 gründete er mit seiner Frau Dorit die Dorit & Alexander Otto Stiftung.