Es war ein Konflikt im Büro, der zur Katastrophe wurde: Ein halbes Jahr nach dem Messerangriff in einer Hamburger IT-Firma muss ein 26-Jähriger für sieben Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Hamburg verurteilte den jungen Mann wegen versuchten Mordes aus Heimtücke in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Auszubildende am 19. Juni gegen 16 Uhr in den Büroräumen der IT-Firma in Hamburg-Harburg eine andere Auszubildende angegriffen hat. In Tötungsabsicht habe er ihr dabei plötzlich ein Messer mit einer etwa zehn Zentimeter langen Klinge in den Hals gestochen. Der Kollegin gelang es jedoch, das Messer an der Klinge festzuhalten und es dem Angeklagten abzunehmen. Ein tiefes Eindringen in den Hals konnte so verhindert werden. Beim anschließenden Kampf gingen beide zu Boden. Durch Hilferufe eilten zwei weitere Kollegen herbei und halfen der jungen Frau, die daraufhin aus dem Büroraum fliehen konnte. Sie erlitt eine Stichverletzung am Kehlkopfbereich sowie mehrere Schnittverletzungen. Zu Beginn des Prozesses Mitte November hatte der Angeklagte die Tat gestanden. „Schuld trage allein ich“, ließ er über seinen Verteidiger erklären. Er bereue die Tat und bat um ein mildes Urteil. Als Motiv nannte er eskalierende Konflikte bei einem gemeinsamen Projekt. Kritik der Kollegin habe ihn zermürbt. „Ich hatte vor, sie mit dem Messer zu töten“, sagte er. Kurz vor der Tat nahm er nach eigenen Angaben Amphetamine, um sich zu beruhigen. Als die Frau ihn erneut kritisierte, sei das wie ein „Dammbruch“ gewesen: „Ich habe einfach zugestochen.“ Das Opfer schilderte die Attacke unter Tränen. Sie habe zunächst gedacht, der Mann hole Handschuhe aus der Hosentasche. „Dann kam das Messer wie ein Bogen geflogen“, sagte sie. Noch heute leidet die 27-Jährige unter den Folgen: Eine gerissene Sehne in der Hand schränkt ihre Beweglichkeit ein, sie benötigt Ergotherapie und psychologische Hilfe.